Keine Heizungsanlage : Erst Zukunft der Plattenburg klären

Die Plattenburg gilt als älteste erhaltene Wasserburg Norddeutschlands. Sie ist Touristenmagnet, Veranstaltungsort und nicht zuletzt ein interessantes, architektonisches Denkmal.
Die Plattenburg gilt als älteste erhaltene Wasserburg Norddeutschlands. Sie ist Touristenmagnet, Veranstaltungsort und nicht zuletzt ein interessantes, architektonisches Denkmal.

Ausschüsse der Gemeinde trafen keine Entscheidung zu einer neuen Heizungsanlage / Verwaltung tendiert zu einem Blockheizkraftwerk

svz.de von
19. Juli 2014, 12:00 Uhr

In den beiden Ausschüssen der Gemeinde Plattenburg wurde jüngst das Thema einer neuen Heizungsanlage für die Plattenburg sehr kontrovers diskutiert. Hintergrund ist, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine zweckgebundene Spende von 15 000 Euro für eine neue Heizungsanlage bereit hält. Das Geld solle nach Möglichkeit noch in diesem Jahr ausgegeben werden, kann aber nur für diesen Zweck verwendet werden. Die bisherige Heizungsanlage auf Ölbasis sei viel zu groß dimensioniert und bereits mehr als 20 Jahre alt, informierte die Gemeindeverwaltung. Eine Ölheizung für etwa 15 000 Euro würde die Burg jedoch nicht heizen, sondern nur frostfrei halten. Eine Gasheizung für etwa 29 000 Euro könnte die Räume der Oberburg auch in den Wintermonaten nutzbar machen.

Die Verwaltung tendiere aber dahin, ein Blockheizkraftwerk einzubauen. Dieses würde die Oberburg beheizen können, so dass die Räume auch im Winter nutzbar wären. Der anfallende Strom könnte auf der Burg oder auch für die Straßenbeleuchtung in Plattenburg genutzt werden. Durch den erzeugten Strom könnten erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten erzielt werden, hieß es. Über diesen Weg hätte sich die Heizungsanlage nach etwa 15 Jahren amortisiert.

Im Ausschuss für Soziales, Kultur und Gewerbe konnte man sich nicht zu einer Entscheidung durchringen und verlangte von der Verwaltung weitere vergleichbare Kostenangebote. Im Bauausschuss ließ man eine Entscheidung dazu ebenfalls offen, machte hier allerdings erneut eine Grundsatzdiskussion auf: „Sollen wir die Burg behalten oder einen Investor suchen bzw. die Burg verkaufen. Können wir uns die Burg noch leisten?“, stellte Andreas Wilde die Frage in den Raum. Erich Hoffmann vom Bauamt der Verwaltung sagte, dass sich in den vergangenen Jahren die Betriebskosten für die Plattenburg auf mehr als 10 000 Euro pro Jahr beliefen. Im vergangenen Jahr seien diese bereits auf 7500 Euro gesunken. Durch die Investition in die Heizungsanlage würden die laufenden Betriebskosten weiterhin sinken, so Hoffmann.


Kreis soll sich an Kosten beteiligen


Vom Bauausschuss bekam die Verwaltung den Auftrag, die Grundsatzfrage über die Plattenburg in der nächsten Gemeindevertretersitzung zur Abstimmung zu stellen. Denn erst wenn man wisse, welche Zukunft die Plattenburg habe, könne man auch über weitere Investitionen reden. Andreas Wilde erneuerte seine Kritik, dass sich der Landkreis, die Denkmalbehörde, aber auch der Tourismusverband mit der Plattenburg nach außen hin schmückten. Die finanziellen Belastungen müsse die Kommune jedoch allein tragen, so Wilde. Wenn der Landkreis die Plattenburg so toll finde, könne er diese ja auch von der Kommune übernehmen.

So wurde in den beiden jüngsten Ausschüssen zum Thema Heizungsanlage Plattenburg keine Entscheidung getroffen.

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