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Der Prignitzer

12. Dezember 2017 | 17:08 Uhr

Erst informieren, dann versichern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gerade Jugendliche sind nach Meinung von Experten häufig unterversichert / Unabhängige Beratung wichtig

svz.de von
erstellt am 15.Jun.2014 | 17:27 Uhr

Rund 22 Millionen Euro bekäme Julia Roberts, sollte ihr das Lächeln vergehen. Denn die Schauspielerin hat für ihr Lächeln eine Versicherung abgeschlossen. Kommen die Hände des Profi-Pianisten Lang Lang zu Schaden, erhält er rund 50 Millionen Euro von der Versicherung. Beide Promis sind gute Beispiele dafür, dass man im Prinzip alles versichern kann, wenn man das Geld dafür hat.

Von Letzterem haben Jugendliche selten zu viel – und sind nach der Meinung von Experten nicht selten unterversichert: „Es gibt viele Versicherungen, die man als Jugendlicher noch nicht braucht. Aber oft sind junge Menschen ausgerechnet gegen Risiken, bei denen es wirklich wichtig wäre, nicht ausreichend versichert“, sagt Niels Ihde von der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Das liege allerdings nicht allein am fehlenden Geld, sondern auch an zu wenig Information.
„Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen. Sie wird aber häufig einfach vergessen oder unterschätzt“, so der Vermögensberater. Denn wer nicht haftpflichtversichert sei, müsse, wenn er zum Beispiel an einem Unfall beteiligt war oder durch ein Missgeschick Schaden verursacht hat, selbst zahlen. Und das, betont die Verbraucherzentrale Hessen in ihrer Jugend-Broschüre „Schritt für Schritt in die Unabhängigkeit“, könne teuer werden: „Denn insbesondere Personen-, aber auch Sachschäden können in die Hunderttausende gehen. Das Risiko, sich ohne Versicherung in einem solchen Falle lebenslang zu verschulden, ist sehr hoch.“ Vermögensberater Ihde rät deshalb, sich rechtzeitig zu informieren und beraten zu lassen. „Als Jugendlicher ist man zunächst automatisch über seine Eltern versichert. Aber niemand teilt einem mit, wann dieser Schutz ausläuft.“ Das geschieht, wenn die erste Ausbildung abgeschlossen ist – selbst wenn man dann noch bei den Eltern wohnt.
Eine weitere Versicherung, die bei Jugendlichen oft unter den Tisch fällt, ist laut Niels Ihde die Berufsunfähigkeitsversicherung: „Wer sie nicht hat, ist in der Ausbildung nicht abgesichert.“ Denn auch, wer nicht mehr arbeiten kann, erhält eine staatliche Rente nur dann, wenn er fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Auch die Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt Jugendlichen grundsätzlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei sei die Auswahl nicht immer leicht: Denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung müsse genau auf die persönlichen Verhältnisse abgestimmt sein.

Ein der Berufsunfähigkeitsversicherung verwandtes Produkt ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Der Versicherungsschutz sei jedoch weitaus schlechter. Im Einzelfall könne ein Abschluss u.a. für Jugendliche, Auszubildende oder Studenten sinnvoll sein, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wichtig sei immer die Prüfung der Versicherungsbedingungen, die höchst unterschiedlich sein können: „Gerade Schüler, Auszubildende oder Studenten sollten prüfen, ob später – wenn ein Beruf ausgeübt wird – die Erwerbs- in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung umgewandelt werden kann und welche Nachversicherungsgarantien zur Anpassung des Versicherungsschutzes gegeben werden.“ Grundsätzlich gilt: Vor Abschluss von Versicherungsverträgen sollten sich Jugendliche unabhängig beraten lassen, um gegenüber Anbietern gezielt hinsichtlich der Versicherungsbedingungen nachfragen zu können.

Laut Niels Ihde kann es sich lohnen, sich bereits in jungen Jahren ausreichend zu versichern: Für Jugendliche sind viele Versicherungen preiswerter, weil sie seltener krank werden als Ältere.



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