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Junger Präsident : Erst 30 und schon Präsident

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Metallbaumeister Robert Wüst aus Pritzwalk steht seit Montag der Handwerkskammer Potsdam vor

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Jeder ist seines Glückes Schmied – diese Weisheit trifft momentan und ohne jeden Zweifel auf Robert Wüst zu. Der 30-jährige Pritzwalker ist seit wenigen Tagen neuer Präsident der Handwerkskammer Potsdam. Er wurde am Montag von der außerordentlichen Vollversammlung mit großer Mehrheit gewählt (wir berichteten). Der Metallbaumeister ist Nachfolger von Jürgen Rose, der im Februar nach kurzer schwerer Krankheit verstarb. Wüst wird das Amt zunächst bis zum Ende der laufenden Legislatur im März kommenden Jahres ausüben. Dann findet die reguläre interne Nachwahl statt.

„Ich bin überglücklich“, sagte der Pritzwalker in einem Telefonat mit dem „Prignitzer“. Es sei eine Ehre, das westbrandenburgische Handwerk als Präsident vertreten zu dürfen. Der 30-Jährige möchte damit zugleich ein Zeichen für andere junge Handwerksmeister setzen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Oberste Priorität hat für Robert Wüst, der selbst einer Handwerkerfamilie entstammt, die Nachwuchssicherung. „Ich möchte das Handwerk als Berufsperspektive stärker in das Bewusstsein junger Menschen bringen“, umschreibt er es. Dafür ist es seiner Meinung nach unabdinglich, nach außen zeitgemäß aufzutreten und zu werben, beispielsweise bei Beteiligungen an Jobstartermessen. „Allein mit Flyern und Standbildern kann man die Jugend heutzutage nicht mehr locken“, verdeutlicht Wüst. Das Handwerk müsse sich diesbezüglich auch überhaupt nicht verstecken. „Das sind moderne Betriebe“, sagt Wüst. Präsentationen mit interaktiven Bildschirmen und eine starke Arbeit in den sozialen Netzwerken führt er als mögliche Wege an, um an die Fachkräfte von morgen heranzukommen.

Robert Wüst legte 2009 seine Meisterprüfung im Metallbauerhandwerk ab und leitet seit 2007 den Familienbetrieb. Seit 2012 ist er alleiniger Inhaber des in fünfter Generation befindlichen Pritzwalker Unternehmens mit mehr als 100-jähriger Tradition. Seit 2012 ist er Mitglied im Vorstand der Handwerkskammer Potsdam, seit 2014 als Vizepräsident.

„Wir freuen uns über die Wahl Robert Wüsts zum Kammerpräsidenten“, sagte gestern Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Prignitz. „Er hat gute Ziele. Zudem sind wir mit ihm auf Landesebene natürlich optimal vertreten.“ Auch Kreishandwerksmeister Heiko Wegner aus Karstädt gratuliert. „Ich denke, das funktioniert. Er hängt sich da sehr ’rein. Und: Junges Blut ist immer gut“, so Wegner.

Wüst ist der vierte Präsident der Handwerkskammer Potsdam seit 1990 und der bislang jüngste, der einer Handwerkskammer im Land Brandenburg vorsteht. Der Pritzwalker, ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihre Freizeit verbringt die Familie übrigens am liebsten am Wasser, an der Mecklenburger Seenplatte. „Dort finden wir unseren Ausgleich“, sagt Wüst, der betont, dass er das alles überhaupt nur stemmen könne, weil er eine starke Frau an seiner Seite und viel Unterstützung aus der Familie habe. Wüst hatte aus Zeitgründen unlängst sein Kreistagsmandat (Freie Wähler/FDP) abgegeben, arbeitet aber weiterhin als Volksvertreter im Pritzwalker Stadtparlament mit. „Das liegt mir in meiner Heimatstadt sehr am Herzen“, sagte er dem „Prignitzer“.

 

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