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Erntefest in Tangendorf und alle sind dabei

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

90-jähriger Rodelader holt die Knollen aus der Erde / Gemeinsame Party, gemeinsames Essen

von
erstellt am 16.Aug.2014 | 16:11 Uhr

113 Einwohner haben sie, sind ein Dorf nur mit zwei Namen, erzählen die Frauen, während sie im Vereinshaus die Vorbereitungen für die Kaffeetafel treffen. Erntefest wird gefeiert. Von Tangendorf setzt sich der Umzug Richtung Hohenvier in Bewegung, hier warten bereits die übrigen geschmückten Gefährte darauf, sich in den Tross miteinzureihen.

Knapp zehn rollende Hingucker, liebevoll herausgeputzt zumeist von den Frauen – „das kann sich doch sehen lassen“, so nicht ohne gewissen Stolz Ortsvorsteher Gerd Kühn. Und wie selbstverständlich hat auch Gülitz nicht nur ein Gefährt im Umzug, sondern schickte auch seine illusteren Radlerinnen sprichwörtlich ins Rennen. Standesgemäß herausstaffiert hatten sie sich zum Erntefest nach Tangendorf auf den Weg gemacht. „Hier versteht man zu feiern, da sind wir doch mit von der Partie“, klingt es im Chor.

Der Verein zur Förderung und Pflege des kulturellen Erbes auf dem Dorf hat auch dieses Mal organisatorisch den Hut auf. Unterstützung gibt es für die Truppe um Vereinsvorsitzenden Hartmut Hanisch vom ganzen Dorf. „Und feiern tut eben auch das ganze Dorf“, fügt er an und gesteht ein , dass er gern mehr Jugend hier halten würde. „Sonst stirbt diese Tradition irgendwann.“ Am Samstag aber ließ man diese hochleben, wurde längst Vergangenes zum Highlight. Mit einem alter Rodelader, Baujahr 1920, ging es auf den eigens für Erntefest angelegten Kartoffelacker neben dem Vereinshaus. Die altehrwürdige Kartoffelrummel sortierte die Knollen nach Größe. Dann ging es in den alten Dämpfer, bevor man sich die Knollen schmecken ließ – ein genussvolles Gaudi.

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