Ungewöhnliche Unterrichtsstunde in Perleberg : Erntedank in der Schulaula

Welche Früchte sind in der Molle? Die Scholl-Schüler der Klassen Flex 1A und 1B kennen sich bestens aus.
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Welche Früchte sind in der Molle? Die Scholl-Schüler der Klassen Flex 1A und 1B kennen sich bestens aus.

Länderinnen besuchen Erstklässler und verteilen Brotdosen mit regionalen Produkten

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29. September 2017, 05:00 Uhr

Die Länderinnen sind vom Wissen der Schüler aus den Flexklassen 1A und 1B der Geschwister-Scholl-Schule begeistert. Die Jungen und Mädchen kennen sich aus im Garten oder in der Landwirtschaft. Für sie gibt es an diesem Tag eine ganz besondere Unterrichtsstunde. Elvira Teickner, Bärbel Bethmann, Anke Krüger und Ines Cord-Kruse besprechen mit den Schülern das Thema Erntedank. Und gleich auf die erste Frage, was man alles ernten kann, antworten viele zeitgemäß: „Kartoffeln!“. Und Salvatore erzählt, dass er mit Oma und Mama Kartoffeln geerntet habe.

Elvira Teickner kommt mit den Kindern ins Gespräch, sie erarbeitet mit ihnen, was alles nötig ist, um erfolgreich ernten zu können. Dünger, Samen, Wasser, Sonne, Regen, Regenwürmer, Trecker und den Mähdrescher kommt es nach und nach aus den Reihen der Schüler. Und die Maschinen fährt der Bauer, erklärt die Länderin. Erstaunt sind die Scholl-Schüler, als sie erfahren, dass so ein Mähdrescher schon um die 300 000 Euro kosten kann. Die Kinder sitzen auf einem runden Teppich auf dem Boden, vor ihnen eine Molle mit verschiedenem Obst, Gemüse und einer Sonnenblume. Und die Kinder erkennen sie alle. Egal ob es Mohrrüben, Birnen, Maiskolben, Zuckerrüben, Rote Beete, Zwiebeln, Kartoffeln oder Kohlrabi sind. Nach und nach wird die Molle gelehrt, die Frucht bestimmt und gemeinsam mit Elvira Teickner das Lied „Herbstzeit – Erntezeit“ gesungen, wobei die einzelnen Feldfrüchte darin vorkommen. Während die Kinder diese bestimmen, bereitet Anke Krüger Kostproben von der Zuckerrübe und den Roten Beeten vor. „Es riecht lecker“, sagt Erik, als er ein Stück Zuckerrübe erhält. Und es schmeckt ihnen auch. Als Apfel und Birne an der Reihe sind, erzählen die Kinder, dass sie wenig Äpfel in diesem Jahr an den Bäumen hatten. „Ja“, sagt Elvira Teickner, „es ist ein schlechtes Apfeljahr“.

Und dass die Kinder sich auskennen, beweisen sie auch beim Ausmalen der vielen Motive für das „Erntedank-Plakat“. Da sind die Schweine rosa und die Kühe schwarz-weiß oder braun-weiß. Den Länderinnen fällt ein Stein vom Herzen, gab es doch in der Vergangenheit auch die berühmte lila Kuh. Die fertig ausgemalten Bilder werden aufgeklebt und verzieren nun zwei Plakate, die die Steppkes mit dem Thema „Danke für die Ernte“ mit in ihre Klassen nehmen. Zum Abschluss gibt es noch weitere Geschenke. Mit Unterstützung der Sparkasse Prignitz und der Volks- und Raiffeisenbank erhalten alle Schüler eine Brotdose, gefüllt mit regionalen Produkten, die die Unternehmen zur Verfügung stellten. So gibt es Tomaten, ein Apfelgetränk, Knacker, Honig und Kekse. Über den Honig freuen sich die Kinder besonders, denn als sie die Büchsen öffnen, hört man ein vielfaches „Oh, Honig!“

Für die Schule gibt es dann noch das Buch „Wir Kinder vom Hof – entdeckt mit uns die Landwirtschaft“. Dass dieses Buch künftig die Schulbibliothek und den Unterricht bereichert, ist dem Land Brandenburg zu verdanken.

Die Länderinnen sind rund um den Erntedanktag am Sonntag insgesamt an neun Grundschulen der Prignitz unterwegs.

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