Erneuter Protest auf der B 189

Dass die Kuhbierer Ernst machen und die B 189 sperren können, bewiesen sie schon öfter wie auf dem Foto 2007, damals mit Unterstützung  prominenter Lokalpolitiker wie Landrat Hans Lange (l.). Jetzt wollen sie erneut auf die Straße gehen, denn bis heute wissen sie nicht, wann nun wirklich endlich mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen wird. Archiv
Dass die Kuhbierer Ernst machen und die B 189 sperren können, bewiesen sie schon öfter wie auf dem Foto 2007, damals mit Unterstützung prominenter Lokalpolitiker wie Landrat Hans Lange (l.). Jetzt wollen sie erneut auf die Straße gehen, denn bis heute wissen sie nicht, wann nun wirklich endlich mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen wird. Archiv

von
18. September 2012, 05:56 Uhr

Kuhbier | Man muss schon mehr als Engelsgeduld haben, wenn man seit rund 20 Jahren um eine Umgehungsstraße kämpft, ohne das deren Bau wirklich beginnt. Dafür aber der Verkehr, vor allem der der Schwerlaster, immer stärker wird, Gebäude in Mitleidenschaft zieht, von dem Verkehrslärm ganz zu schweigen. Insofern kann man den Kuhbierern nun wirklich nicht vorwerfen, aufmüpfig zu sein, wenn sie im Oktober wieder demonstrieren wollen.

Versammlung unter freiem Himmel nennt Ortsvorsteher Kurt Essel den geplanten Protest. Vor allem, nachdem bekannt wurde, dass sich der Baubeginn möglicher Weise bis in den Januar 2013 verschieben könnte, liegen die Nerven im Dorf blank, zumal der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Jan Mücke (FDP), auch bei seinem zweiten Vor-Ort-Besuch im August, den er ohnehin schon verschoben hatte, dennoch nichts wirklich Verbindliches hatte mitteilen können. Damals hieß es noch, dass laut Plan Anfang November endlich der Bauvertrag unterzeichnet werden könnte, nachdem sein Ministerium Monate gebraucht hatte, um den Entwurf für den Funktionsbauvertrag, über den die Ortsumgehung Realität werden soll, gesetzlich abzuklopfen. Erst Anfang August hatte es grünes Licht gegeben, mussten nach so langer Zeit nun aber die Firmen angeschrieben und um neue Angebote gebeten werden.

Bis 27. August sollten die Antworten eingegangen sein. Auf Wunsch der Bewerber wurde die Frist aber bis zum 10. September verlängert. Ein Vorgehen, das auch die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) nicht nachvollziehen kann. Sie selbst war am 15. August mit in Kuhbier, als Mücke zum zweiten Mal den Ort besuchte, um mit den Anwohnern über die weitere Verfahrensweise des Baus der Umgehungsstraße zu reden. Wie sie dem "Prignitzer" gegenüber gestern erklärte, habe sie erneut eine Anfrage an Mücke gestellt, wie es jetzt terminlich weiter geht, bis gestern aber noch keine Antwort erhalten. Und sie fragt, was eigentlich geschieht, wenn die neuen Angebote den geplanten Finanzrahmen von rund zehn Millionen Euro sprengen. Überhaupt ist für sie nicht nachvollziehbar, weshalb diese wichtige Ortsumgehung über einen Funktionsbauvertrag errichtet werden soll. Denn der besagt, dass der Auftragnehmer nicht allein für den Bau, sondern anschließend auch über einen Zeitraum von 30 Jahren für den ordnungsgemäßen Erhalt der Straße zuständig ist

Für den Frust der Kuhbierer zeigt Dagmar Ziegler volles Verständnis, hat deshalb auch zugesagt, bei der Protestaktion im Oktober dabei zu sein, wenn es ihr Terminkalender ermöglicht. Essel freut sich über diesen Zuspruch, kann ebenso auf die Unterstützung der Gemeindeverwaltung bauen, wie Bürgermeister Thomas Brandt gestern auf "Prignitzer"-Nachfrage versicherte.

Kurt Essel hat am 25. September erst einmal einen Termin bei der Polizei, um zu erfahren, welche Auflagen mit der Protestaktion verbunden sind. "Denn eines steht fest, wir werden die Bundesstraße diesmal nicht nur für 20 Minuten blockieren", betont er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen