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Perleberger Schüler in Frankreich : Erlebt: Verdun fast 100 Jahre danach

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schüler des Gymnasiums und ihre französischen Partner an historischem Ort

von
erstellt am 05.Jun.2014 | 08:00 Uhr

Anastasia Reiche und Robin Meyer aus der 9. Klasse sind zwei der 14 Schülern des Gottfried-Arnold-Gymnasiums, die nach Frankreich reisten. Kein gewöhnlicher Exkurs, keine Klassenfahrt. Sie trafen sich mit Schülern der französischen Partnerschule, dem Lycée Antoine Bourdelle. Dieses Mal allerdings nicht in Montauban, sondern in Verdun. Der Anlass: der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges. Er lieferte auch die Idee für ein gemeinsames Projekt. Die Zehntklässler erarbeiteten eine Ausstellung. Sie zeigt, dass auch damals nicht ausschließlich Kriegsbegeisterung herrschte, umreißt Christian Waldmann den Inhalt. Er unterrichtet Französisch, Geschichte und Politische Bildung am Perleberger Gymnasium. Gemeinsam haben er und seine französische Kollegin Geneviève Bardou die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen auf den Weg gebracht und tragen nun maßgeblich dazu bei, dass sie gelebt wird.

Das Wie erregte auch das Interesse eines japanischen Fernsehteams. Es begleitete die deutschen und französischen Schülern bei ihrem gemeinsamen Exkurs zu historischen Orten des Ersten Weltkrieges in und um Verdun.

„Es war schon interessant eine Landschaft zu erleben, die durch den Krieg geprägt wurde. Das Dorf Vauquois mit seinen von deutschen und französischen Soldaten gegrabenen Stollen. Dass hier Menschen tief unter der Erde gelebt haben, kaum vorstellbar“, sagt Anastasia. Und Robin ergänzt: „Und sich und schließlich das ganze Dorf mit 60 000 Tonnen Sprengstoff in die Luft gesprengt haben.“ „Am beeindruckendsten waren aber für mich“, so Anastasia, „die unendlich vielen Kreuze, allein auf dem amerikanischen Friedhof. Und 27 Friedhöfe gibt es dort.“ Robin erging es ähnlich – „das Gebeinhaus und die Listen der Vermissten, es waren so viele“.

„Ich habe jetzt ganz andere Bilder im Kopf, weil ich es gesehen habe“, betont Anastasia. Mitgefahren sei sie, um Land und Leute kennen zu lernen. Französisch könne sie zwar nicht, aber„ich kann Englisch und habe Hände und Füße“.

Robin wollte einfach sein Französisch ausprobieren. „Doch die sprechen viel zu schnell. Da lernt man drei Jahre Französisch und muss letztlich feststellen, dass man trotzdem kein Wort versteht.“ Dennoch war es die Reise wert. „Mich interessiert Geschichte und ich wollte sie dort erleben, wo sie geschrieben wurde. Und das habe ich.“


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