Treffen in Perleberg : Erlebt Loge „Zur Perle am Berge“ eine Wiedergeburt?

Der Vorstandsvorsitzende der Weltkugel-Stiftung Johannes Münch (2. v. r.) und Großarchivar Prof. Dr. Pantelis Carelos (3. v. l.) mit Bürgermeisterin und Vertretern der Stadt vor der Stiftungstafel.
Der Vorstandsvorsitzende der Weltkugel-Stiftung Johannes Münch (2. v. r.) und Großarchivar Prof. Dr. Pantelis Carelos (3. v. l.) mit Bürgermeisterin und Vertretern der Stadt vor der Stiftungstafel.

Vorstandsvorsitzender der Weltkugel-Stiftung und Großarchivar besichtigen Vereins-Liegenschaft

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21. Juni 2016, 12:00 Uhr

Die „Große Nationalmutterloge zu den 3 Weltkugeln“ erteilte am 3. März 1828 die Genehmigung zur Gründung der Perleberger Loge „Zur Perle am Berge“, die dann am 10. November 1829 eingeweiht wurde. Eine wechselvolle Geschichte folgte bis die Loge 1935 verboten wurde. Seither erinnert einzig das Logenhaus, in dem heute das Freizeitzentrum „Effi“ sein Domizil hat, noch an deren Existenz. Doch geht es nach den Vorstellungen von Johannes Münch, seines Zeichens neuer Vorstandsvorsitzender der Weltkugel-Stiftung, dann könnte sich auch in Perleberg wieder eine aktive Loge gründen, „jedenfalls sind wir bestrebt, dafür zu werben“. Gestern nahmen er und Großarchivar Prof. Dr. Pantelis Carelos in Augenschein, was aus dem Logenhaus geworden ist. Und was sie sahen, überzeugte sie – „ein Haus, das lebt“, ein Haus, das man als Perle bezeichnen könne, wie es der Vorstandsvorsitzende beschrieb. Die Loge sei traditionell Bestandteil des städtischen Lebens gewesen, das Perleberger Anwesen liefere auch heute ein Beleg dafür. Münch zeigte sich unter anderem sehr angetan von der Arbeit mit Flüchtlingskindern, die hier geleistet werde. Dort, wo sich Menschen begegnen, um die Kultur des anderen kennen zu lernen, da gebe es auch keine Probleme, betonte er. Mit 500 Euro will die Loge diese Arbeit unterstützen, so das spontane Angebot von Johannes Münch an die Stadt.

Seit 1997 ist das „Effi“ hier zu Hause und seither investiert die Stadt auch in diese Immobilie – immer in Absprache mit der Loge und dem Denkmalschutz. Jährlich sind es an die 13 000 Euro, die in die Unterhaltung fließen, listet Klaus-Dieter Gerloff, zuständiger Hochbauer bei der Stadt, auf. Durch Installation einer modernen Gasheizung und Demontage des großen Schornsteins konnten zusätzliche Räumlichkeiten gewonnen werden.

Das Perleberger Logenhaus wird seit 1998 auch als Einzeldenkmal geführt. Es bildet durch seine Vielgliedrigkeit und detailfreudige Gestaltung einen wichtigen Blickfang am Übergang von der historischen Altstadt zur Vorstadt. Bis 2028 besteht noch der Erbbaurechtsvertrag und die Stadt sei schon daran interessiert, dass er auch weiterhin Bestand habe, ließ Bürgermeisterin Annett Jura durchblicken. Und sollte sich in Perleberg wieder eine Loge gründen, werde man sicher über die Nutzungsmodalitäten reden können, signalisierte schon mal der Vorstandsvorsitzende der Weltkugel-Stiftung, die insgesamt 14 Liegenschaften der Großloge auf dem Gebiet der ehemaligen DDR betreut.

Entgegen der Klischeevorstellungen sei man alles andere als ein Geheimbund, auch wenn Verschwiegenheit oberster Grundsatz sei. Viele Themen aus der Gründerzeit der Freimaurer seien heute längst Alltag, aber es gebe weiterhin Fragen unter anderem der Frömmigkeit, die nach wie vor Bedeutung haben, erläuterte Prof. Dr. Pantelos Carelos. Ebenso die nach der Sinnhaftigkeit des Lebens, die immer mehr Jugend und Erfahrung gleichermaßen in der Loge zusammenführe.

Interessante Informationen vermittelt zudem das 36. Erinnerungsblättchen, das die Stadt herausgeben hat. Neben Museumsgründer Friedrich Wilhelm Ratig, der selbst fast 40 Jahre Mitglied und später sogar Ehrenmitglied der Perleberger Loge war, erfährt man Wissenswertes über die Geschichte der hiesigen Loge.

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