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Gymnasium Wittenberge : Erkenntnisse jenseits des Lehrplans

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schüler des Wittenberger Gymnasiums stellten Ergebnisse ihrer Projektwoche vor

19 Apfel-, fünf Pflaumen- und 15 Birnenbäume stehen am Straßenrand von Lütjenheide. Ein Spaziergang im Herbst lohnt und das Obst schmeckt gut, versichert Moritz Kolbow. Er muss es wissen. Seine Projektgruppe hat die Bäume vermessen und exakt erfasst. „Geografische Informationssysteme“ hieß das Projekt, dessen Ergebnisse Schüler des Wittenberger Gymnasiums am Sonnabend präsentierten.

Sie waren auch im Zetkin-Park, haben mittels GPS jeden einzelnen Baum erfasst. „Mehr als 300 Bäume stehen dort“, sagen Philip Dorn und Anton Tiepermann. Im Packhofviertel interessierten sie sich für den Leerstand. Entstanden ist eine Übersicht, die nicht mehr genutzte Gebäude und ihren Zustand dokumentiert.

„Früher hat man mit Instrumenten kartographiert. Ich wollte wissen, wie man das heute macht“, verrät Richard Sorgenfrey, warum er sich dieser Gruppe anschloss. Für Sarah Eschenbach war die gesamte Projektwoche spannend. Sie kommt aus der Partnerstadt Elmshorn. „Wir haben so eine Woche nicht und ich finde die Themenangebote sehr interessant.“

Fast 30 Gruppen stellen in beiden Schulgebäuden ihre Ergebnisse vor. Manches Thema ist wissenschaftlich, wie die Entwicklung des Lebens nach dem Big Bang, andere Themen fordern die Kreativität der Schüler heraus, zum Beispiel in der Gruppe „Schmuck für einen Riesen“.

Gemeinsam mit Künstler Jost Löber entwickelten die Schüler Ideen, wie man die Fassade der großen Speicher gestalten könnte. „Ideen sammeln, testen und diskutieren. Wie nähert sich ein Künstler seinem Ziel, welche Etappen gibt es“, fasst Jost Löber zusammen.

Wittenberges Türme, die Turmuhr im Veritas Park, Boote und Fahrräder und die Elbe als verbindendes Element – so könnte es aussehen. Im zweiten Teil fertigten sie diese Symbole unter Löbers Anleitung aus Metall. Schüler und Künstler hatten Spaß daran.

Was hat die Sklaverei in Amerika mit der Gegenwart zu tun? In Anbetracht der zunehmenden Gewalt gegen Schwarze eine Menge, findet Jefimow Alexander. Der Referendar diskutierte mit seinen Schülern über Menschenrechte und Rassismus in der Gegenwart. Sie schauten sich Hollywoodfilme wie „Amistad“ oder „12 Years a Slave“ an, die solche Themen behandeln, diskutierten darüber.

Wer über die Flure des Gymnasiums geht, kommt früher oder später an Christoph Poorten vorbei. Zusammengerollt in einer Decke hockt er auf dem Boden, eine Sammelbüchse steht vor ihm. „Armut und Reichtum“ heißt sein Projekt. „Ich habe gelernt, dass es in der Stadt und in der Umgebung Armut gibt“, sagt er. Gereizt habe ihn, dieses Thema fotografisch umzusetzen. Die Ergebnisse können sich Besucher anschauen.

Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste nicht nur im Abi-Café, sondern auch von Sophia Tetzlaff. Was wird in Deutschland, Frankreich und England gegessen? Sie kennt die Antworten. „Ich war total überrascht, dass es in Deutschland 300 Brotsorten gibt“, meint die Schülerin. Auch die Zahl von 1500 Wurstsorten sei beeindruckend. Allerdings essen die Franzosen weniger Käse als die Deutschen, erzählt Mika Dzikus. Diesem und anderen Klischees ging er zusammen mit Max Köhler nach.

Für Schulleiter Andreas Giske war es spannend zu erleben, mit welchen Themen sich die Schüler auseinander gesetzt hatten. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region bezeichnet er als wichtig. Das habe auch der Tag der Wissenschaften am Freitag gezeigt. „Früher luden wir dazu hauptsächlich Referenzen von Universitäten ein, heute zunehmend aus regionalen Unternehmen“, sagt er.

Es sei wichtig, den Schülern zu zeigen, welche Perspektiven es hier gibt. Besonders freute ihn, dass unter den Referenten auch ehemalige Schüler waren, die ihr Studium mittlerweile abgeschlossen haben.

 

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erstellt am 20.Nov.2016 | 20:30 Uhr

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