Preisgeld : Erhoffter Geldsegen fließt

Im Rambower Moor kann man besonders im Herbst Kraniche beobachten.
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Im Rambower Moor kann man besonders im Herbst Kraniche beobachten.

Zwei Prignitzer Regionen gewinnen Wettbewerb. Radwege, Spundwand, Bahnhöfe – Tourismus und Hochwasserschutz profitieren vom Fördergeld

svz.de von
29. September 2015, 08:00 Uhr

Für jeweils zehn Millionen Euro dürfen die beiden Gewinner Projektideen umsetzen. Die Westprignitz mit Wittenberge, Perleberg und weiteren Gemeinden setzt dabei auf Familienfreundlichkeit. Auf das Leben im ländlichen Raum konzentrieren sich Pritzwalk und Umlandgemeinden.

Bestandteil der umfangreichen Wettbewerbsunterlagen sind Beispiele aus den Bereichen Infrastruktur, Umwelt, Mobilität, Wirtschaft und Tourismus der beteiligten Kommunen. Wittenberge plant die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich Wasserschifffahrtsamt bis Abfahrt Nedwighafen. Hintergrund war die akute Gefährdung dieses Gebietes während der Flut 2013. Rund 2200 Menschen verließen ihre Häuser – es war die einzige Evakuierung während des Hochwassers. Eine teilmobile Hochwasserschutzanlage soll den Stadtteil künftig sichern. Damit sinke das Risiko für das Lebensumfeld der betroffenen Familien, für Infrastrukturen, Kulturgüter und Betriebsstätten.

2014 zählte der Tierpark Perleberg 80000 Besucher. Für die Gäste, insbesondere für Kinder, soll das Erlebnisangebot weiter ausgebaut werden. Das Aufenthaltsgebäude, Teile des Freigeländes und des Vorplatzes sind gestalterisch und funktional beeinträchtigt, teilweise liegen sie brach oder sind marode. Durch bauliche und gestalterische Aufwertung soll das Potenzial der „Zooschule“ einschließlich Außenbereich ausgebaut werden. Spielplatz, ein Rundkurs mit Lehrpfad, Fotoecken und Quiz sollen noch mehr Besucher anziehen.

Das Rambower Moor wurde bundesweit zur schönsten Moorlandschaft gewählt. Vor allem die Kraniche ziehen im Herbst Besucher an. Aber der Radweg um das Moor herum ist derzeit teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Zur Verbesserung der Befahrbarkeit soll eine wasserdurchlässige Schotterschicht aufgetragen und verdichtet werden. Lenzen und Karstädt wollen dies gemeinsam realisieren.

Mehrere Projekte haben das Ziel, Lücken im schon jetzt relativ dichten Radwegenetz zu schließen. Die Gemeinde Karstädt plant drei Maßnahmen: Ausbau Teilstück des Radweges „Tour Brandenburg“ in Laaslich; Ausbau Verbindungsstück zwischen dem Radweg Karstädt-Postlin-Dallmin (mit Kaiserbahnhof) und Dallmin; Ausbau Radweg zwischen Klein Warnow und der Landesgrenze zu Mecklenburg Vorpommern.

Eine andere Radweglücke soll zwischen Perleberg und Bad Wilsnack geschlossen werden. Außerdem ist das Waldgebiet der Perleberger Heide nicht für den Radtourismus erschlossen, biete sich aber aufgrund der naturräumlichen Ausstattung hervorragend dafür an.

Über Touristische Ziele sollen Bahnreisende künftig gleich nach dem Ausstieg informiert werden. Dazu sind Tafeln auf den Vorplätzen der Bahnhöfe Wittenberge, Bad Wilsnack, Glöwen und Karstädt vorgesehen. Sie könnten über Ausflugsziele, Karten und die Anbindung des nächsten Bahnhofs informieren.

Insgesamt hatten die Westprignitzer Kommunen in dem Wettbewerb gemeinsam 14 Millionen Euro Fördergeld beantragt, um ihre insgesamt 37 Projekte umsetzten zu können. Diese verkörpern einschließlich der Eigenmittel einen Wertumfang von rund 24 Millionen. Die Partnerkommunen gehen davon aus, dass mit den bewilligen Fördermillionen einschließlich des Eigenanteils Vorhaben für rund 20 Millionen Euro verwirklicht werden können. „Unser Thema ist die Familienfreundlichkeit, das Ankommen und Hierbleiben“, sagte Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Herrmann gestern in Potsdam. „Unser Konzept, Entwicklung in der Region gemeinsam voranzubringen, trägt weiter Früchte. Nun kann es an die Umsetzung gehen.“

„Wir freuen uns natürlich sehr über diese Zuwendung und vor allem auch, dass im Grunde der gesamte Landkreis an dem Programm teilhaben wird“, sagt der Pritzwalker stellvertretende Bürgermeister Dr. Ronald Thiel. Man könne aber noch nicht genau sagen, welche Projekte man im Raum Pritzwalk, Wittstock, Meyenburg, Putlitz und Groß-Pankow umsetzen werde, so Thiel. „Wir müssen die Unterlagen prüfen und sehen, welche Projekte durch die Jury als förderwürdig eingestuft wurden und welche nicht. Daher kann man im Moment noch nicht von Prioritäten und größeren Projekten sprechen“, so Thiel.  
 
 

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