Waldschule Breese : Erfolgsmodell mit Zukunft

Meike Sloma (r.) beim Losverkauf. Der Tombolaerlös wird mit für den großen Ausflug der Waldschule verwendet.
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Meike Sloma (r.) beim Losverkauf. Der Tombolaerlös wird mit für den großen Ausflug der Waldschule verwendet.

Vor 30 Jahren ist die Waldschule Breese in das neue Haus eingezogen. Die Gemeinde machte die Bildungseinrichtung zukunftssicher.

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02. Dezember 2013, 13:04 Uhr

Weihnachtsmarkt in Groß Breese, und die Waldschule ist mittendrin. Lehrer und Freunde der Schule bieten Tombolalose an. Sie müssen nicht lange bitten. Der Erlös ist für einen sehr guten Zweck. Die Schule will verreisen. Ja, die gesamte Schule. Wenn es wieder wärmer wird, packen die über 100 Mädchen und Jungen ihre Koffer. Es geht in den Spreewald mit zwei Übernachtungen. Zweimal schon ist die Waldschule über mehrere Tage unterwegs gewesen. „Es waren für unsere Kinder wunderbare Erlebnisse. Wir sind alle enger zusammengewachsen“, sagt Meike Sloma. Die Lehrerin verlässt für einen Augenblick den Tombolastand, erzählt, dass es dank vielfältiger Unterstützung – unbedingt zu nennen sei der Förderverein der Schule – und eben solcher Aktionen wie der auf dem Weihnachtsbasar gelingt, die Touren für alle Kinder möglich zu machen.

Meike Sloma ist seit 1974 Lehrerin, erst in Weisen und nun seit drei Jahrzehnten an der Schule in Breese. Sie gehört damit zu jenen, die 1983 den Schulneubau von Breese in Besitz nahmen. Der Neubau war dem Ort lange versprochen worden. Aber dann war in Wilsnack die Schlossschule abgebrannt. In der Kurstadt musste erst Ersatz geschaffen werden.

Aber in Breese platzte das alte Schulhaus am Wald aus allen Nähten. Zu Beginn der 80er Jahre erhielten die Kinder in Breese deshalb auch an drei Standorten Unterricht. Meike Sloma weiß noch, „wie toll es war, als der Neubau endlich fertig war“. Das war vor genau 30 Jahren. 400 Mädchen und Jungen besuchten 1983 die Polytechnische Oberschule Breese. Heute führt die Schule noch bis zur 6. Klasse. 106 Mädchen und Jungen aus Breese und den umliegenden Orten besuchen die Einrichtung, die seit 20 Jahren von Heike Heinrichs geleitet wird.

Obwohl die Schülerzahl im Vergleich zu den Anfangsjahren deutlich zurück gegangen ist, „wird jeder Raum im Haus genutzt“, sagt Bürgermeister Werner Steiner. Stolz schwingt in seiner Stimme mit, als er feststellt, „dass unsere Waldschule wirklich den Namen Mehrgenerationenhaus verdient.“ Anders als in anderen Orten , haben die Breeser, so erklärt Steiner, nach der Wende Einrichtungen nicht auseinander dividiert. „Wir sind einen anderen Weg gegangen. Die Kita ist mit in die Schule gezogen. Es gibt ein enges Miteinander von Kindertagesstätte und Schule“, so das Gemeindeoberhaupt. Auch Schulchefin Heike Heinrichs ist dieses Miteinander sehr wichtig, „von dem beide Seiten profitieren“.

Wenn der Bürgermeister von der Waldschule als Mehrgenerationenhaus spricht, dann hat er natürlich auch im Auge, dass die Volkssolidarität in dem Haus ihr Domizil hat. Das Gebäude habe sich im Laufe der Jahre zu einer Art Zentrum entwickelt, sagt der Bürgermeister. Im Selbstlauf hat sich die Entwicklung aber nicht vollzogen. „Dass wir die Schule in der Gemeinde erhalten haben, sie sich so profiliert hat, ist mit der erfolgreichste Part unserer kommunalpolitischen Arbeit“, schätzt Steiner ein. Die Gemeinde hat dafür sehr viel getan. Längst ist das 30 Jahre alte Schulhaus vom Dach über die Fenster, die Außendämmung und die Heizung modernisiert worden. Eine große Investition stemmte die Gemeinde auch , als sie sich 2001 entschloss, an die Schule eine moderne Sporthalle anzubauen. Die alte Turnhalle im Wald war einem Brand zum Opfer gefallen. „Wir sind für die Zukunft gerüstet“, sagen Steiner und die Schulchefin. Heike Heinrichs verweist auf die enge Kooperation mit der Gemeinde, führt den Förderverein an, „auf den wir stets zählen können“ und die zahlreichen Kooperationspartner. Als Schule mit Ganztagsangebot seien diese für die Einrichtung unverzichtbar.

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