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Eichenprozessionsspinner : Erfolg: Raupenplage dezimiert

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreis und Waldbesitzer sprechen von einer wirksamen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners / Einsatz 2016 wird vorbereitet

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2015 | 16:22 Uhr

Der Eichenprozessionsspinner konnte in diesem Jahr wirksam bekämpft werden. Diese schon nach dem Einsatz geäußerte Hoffnung durch den Landkreis kann Holger Galonska jetzt bestätigen. Der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz vertritt zahlreiche Waldbesitzer aus dem Gadower Forst und sagt: „Die Eichenbestände sehen so gut aus, wie seit Jahren nicht mehr.“

Er kenne nicht eine kahl gefressene Eiche. Ganz anders als das Bild in den Vorjahren, in denen teils ganze Bestände kahl waren, Bäume nach wiederholtem Fraß abstarben, so dass Waldbesitzer um ihre Bestände bangten, wirtschaftliche Einbußen durch Notfällungen hatten.

Und als ob sich die Bäume bedanken wollten, gab es in diesem Jahr eine Eichelmast: „Wir haben eine Rekordernte eingefahren“, sagt Galonska. 22 Hektar groß ist der anerkannte Saatgutbestand im Gadower Forst. Im Herbst konnten 5,5 Tonnen Eicheln geerntet werden. „In anderen Jahren waren es nur zwei bis drei Tonnen“, zieht Galonska einen Vergleich.

Insgesamt sind das mehr als eine Million Eicheln. Ein guter Sammler könne pro Tag bis zu 40 Kilogramm sammeln, keine leichte Arbeit, wie der Forstexperte betont. Die Früchte dienen als Saatgut und werden von Baumschulen in ganz Norddeutschland aufgekauft. Die Nachfrage sei groß, da insbesondere Eichen für den Waldumbau weg von Nadel- und hin zu Mischwäldern gepflanzt werden, erklärt Galonska.

Er hofft, dass die Raupen weiter bekämpft werden und wünscht sich koordinierte Aktionen mit Nachbarländern. Sachsen-Anhalt habe beispielsweise in diesem Jahr nicht bekämpft, der Befall mit dem Schädling sei stark. Gut möglich, dass von dort aus die Tiere erneut in die Prignitz vordringen.

Der Landkreis bereitet die Bekämpfung wieder vor, bestätigt Dr. Sabine Kramer, zweite Beigeordnete des Landrates. Die Erfassung befallener Flächen sei im Herbst abgeschlossen worden. „Es sind wesentlich weniger gemeldet worden, als in den Vorjahren“, sagt Kramer. Auch das sei ein Indiz, dass die Aktion Erfolg hatte.

Ein Büro sei beauftragt worden, die Bekämpfung vorzubereiten, die gemeldeten Flächen zu erfassen. Dessen Aufgabe sei es auch, im Rahmen des Verfahrens Naturschutzverbände zu beteiligen und anzuhören. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte die Pläne des Landkreises zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners kritisiert und von einer „pro-forma-Beteiligung“ gesprochen, in der fachliche Einwände keine Beachtung gefunden hätten. Der Kreis hatte diese Kritik zurückgewiesen.

Mit Blick auf das nächste Jahr musste Dr. Kramer noch bis vor wenigen Tagen wieder einmal um den Einsatz des Mittels Dipel ES bangen. Dessen Verwendung nach dem Biozidrecht war nur noch bis zum 30. April gestattet. Doch jetzt kam die Nachricht, dass Behörden die Genehmigung für den Einsatz 2016 erteilt haben. 

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