Wittenberge: Auf einer CD mit Udo : Er spielt mit Udo Lindenberg

<p>Kieran Hilbert (46) ist Vollblut-Musiker. Auf der neuen Platte von Udo Lindenberg ist er dabei. </p>
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Kieran Hilbert (46) ist Vollblut-Musiker. Auf der neuen Platte von Udo Lindenberg ist er dabei.

Kieran Hilbert aus Wittenberge hat mit dem Kultrocker an dessen neuer Platte gearbeitet

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03. März 2016, 21:00 Uhr

Kieran Hilbert wirkt nicht wie ein Rockstar. Doch das ist kein Problem, denn er sieht sich auch nicht als solchen. Und dass, obwohl der 46-Jährige, der mit seiner Familie in Wittenberge lebt, Verbindungen nach ganz oben in der Musikszene hat: zu Udo Lindenberg.

Gestern meldete sich Kieran Hilbert in der Redaktion, um von seinem neusten Projekt zu berichten. Mit dem Kultrocker Lindenberg hat er zwei Lieder für dessen neue Platte „Stärker als die Zeit“ aufgenommen, die im April auf den Markt kommt. Die Titel der Lieder will Hilbert nicht nennen, das sei noch ein Geheimnis. Aber er spielt einen der Songs auf seinem Smartphone kurz vor. Die Lindenbergsche Energie ist gleich zu spüren. „Udo denkt immer vorwärts, hat so viel Drang nach vorn“, schwärmt Kieran Hilbert. Das vereine die beiden.

Seit fast 20 Jahren kennen sich die Musiker. Der Hamburger Hilbert war schon immer Fan von Udo Lindenberg, er besuchte 1986 ein Konzert in Hamburg. Zusammen mit seinem Bruder Lukas machte er damals selbst Musik. „Eines Tages stand Udo vor uns im Hamburger Lokal ,Bierdorf’ und wollte uns in seiner Band“, erinnert sich Kieran Hilbert. Damals war er 16, ging zur Schule. Doch diese Gelegenheit wollten er und sein Bruder sich nicht nehmen lassen. „Wir wurden freigestellt und gingen 1988 mit auf Tour, als Paniksöhne.“ Später gehörten die Hilberts auch dem berühmten Panikorchester an. Ein besonderes Erlebnis sei das Konzert in der Messehalle Leipzig gewesen. „Die Leute sind unglaublich abgegangen. Udo war in der DDR so beliebt, weil die Menschen starke Erinnerungen und Wünsche mit seinen Texten verbanden.“ Hilbert produzierte mit erst 19 Jahren Lindenbergs Erfolgsalbum „Ich will dich haben“ mit, das Platinstatus erreichte.

Doch irgendwann merkte Kieran Hilbert, dass ihn das Musiker- und Tourleben nicht erfüllte. „Ich war jung und wollte zu mir finden. Udo versuchte, mich zum Popstar zu machen, aber ich lehnte das ab.“ So verließ er 1993 Lindenbergs Band. Durch Hermann Hesses Klassiker „Siddhartha“ wurde sein Interesse für Indien geweckt. „Dieses Buch veränderte mein Leben. Ich wollte nach Indien.“ Dort arbeitete Hilbert dann sieben Jahre in dem von der Mutter Teresa gegründeten Sterbehaus in Kalkutta. In Indien befasste sich Kieran Hilbert mit klassischer indischer Musik. „Die wende ich heute noch in meiner Arbeit als Altenpfleger im evangelischen Seniorenzentrum ,Willi Kupas’ an“, erzählt Hilbert. Sein Bruder Lukas blieb damals bei der Musik, wurde als Produzent von Hits wie „Du musst ein Schwein sein“ von den Prinzen oder „Für dich“ von Yvonne Catterfeld berühmt. Heute lebt Lukas in Los Angeles (USA).

Ganz ohne Musik konnte Kieran auch nicht sein. Er lernte Diana kennen, eine Wittenbergerin. ,,Ohne Diana, wäre ein Wiedersehen mit Udo nicht möglich gewesen. Sie hat mich mit ihrem Feingefühl wieder an die alten Zeiten erinnert. Sie sagte mir ,Spiel’ deine Gitarre wie damals, dann ist alles möglich.“ Wegen Diana zog Hilbert vergangenes Jahr nach Wittenberge. „Ich liebe diese Weite, die Natur. Das ist einmalig.“ Hilbert suchte über das Internet Musiker in Wittenberge, mit denen er etwas auf die Beine stellen konnte. Er fand den Bentwischer Schlagzeuger Jeffrey Rauth, mit dem er im Mai das Album „Wo die Elbe fließt“ veröffentlichen wird.

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