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Osters und Voß in Groß Gottschow : Er mag es groß, laut und dreckig

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dominik Mertens will Trecker fahren

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 22:33 Uhr

Der Dreck spritzt in alle Richtungen, als Dominik Mertens mit dem Radlader auf einem Feld bei Groß Gottschow zurücksetzt. Er ist gerade dabei, einen Schlepper mit Gülle zu beladen. Ganz vorsichtig manövriert er dazu die Schaufel in Richtung der Zugmaschine. Auf der einen Seite die Stärke von 200 PS, auf der anderen die Präzision eines hochtechnisierten Gefährts. Dominik liebt das beides.

„Schon als kleiner Junge wollte ich immer nur Trecker fahren“, erzählt er in seiner Pause. Viel Zeit hat er nicht. Wenn der nächste Schlepper anrückt, muss er weitermachen. Jede Minute zählt. Doch das stört Dominik nicht. Wenn der 16-Jährige über seine Arbeit spricht, strahlt er über das ganze Gesucht. „Ich bin früher viel bei meinem Nachbarn auf dem Traktor mitgefahren. Aber selbst zu fahren, ist natürlich besser.“

Vor kurzem begann er daher seine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice bei der Firma Osters und Voß in Groß Gottschow. Er ist einer von drei Lehrlingen. „Diesen Beruf gibt es erst seit zehn Jahren“, erklärt Viola Schnehage, Ausbildungsbeauftragte von Osters und Voß. „Die Fachkräfte Agrarservice arbeiten in landwirtschaftlichen Lohnunternehmen, aber auch in größeren landwirtschaftlichen Betrieben des Pflanzenbaus.“

Kaum ein Maisfeld würde heute noch ohne die Hilfe der Fachkräfte bewirtschaftet werden können. Dazu müssen sich die Jugendlichen während ihrer Ausbildung nicht nur ackerbauliche Kenntnisse aneignen – besonders wichtig ist es, dass sie landwirtschaftliche Maschinen und Geräte fahren können und „in- und auswendig kennen“, wie Schnehage schildert. „Wenn irgendetwas nicht funktioniert, müssen die Jungs das reparieren können.“ „So wie vorhin, da gab es eine Fehlermeldung, die bisher noch niemand kannte“, bestätigt Dominik.

Dass das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist, zeigt sich spätestens beim Fuhrpark von Osters und Voß. Etwa 700 Maschinen stellt das Unternehmen bereit. Einige sind fast so hoch wie ein Einfamilienhaus. Deshalb verbringen die Lehrlinge auch viel Zeit in der Werkstatt. Auch das sei spannend, doch für Dominik ist das Treckerfahren das beste: „Man fühlt sich stark auf der Straße und man weiß, dass man was Sinnvolles macht.“ Dafür nimmt der Jugendliche auch die Arbeitszeiten in Kauf. Feierabend gibt es erst, wenn die Arbeit erledigt ist. Dafür gibt es extra eine Sonderregelung zu den Arbeitszeiten für Minderjährige. „Aber das ist doch besser, als zu Hause auf der Couch zu liegen“, meint Dominik. Schnehage freut sich über den Enthusiasmus ihres Lehrlings: „Er ist voll in der Thematik, die er liebt und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Die meisten wissen schon mit zehn Jahren, dass die das machen wollen. Das wird ihnen irgendwie in die Wiege gelegt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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