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Windpark Kletzke : Entwurf für Windpark steht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kletzker Projekt im Bauausschuss stößt auf Kritik der Einwohner

Im Juni hatten die Gemeindevertreter der Gemeinde Plattenburg beschlossen, für den Windpark Kletzke einen Bebauungsplan zu erstellen und gleichzeitig eine Veränderungssperre verhängt. Veränderungssperre heißt, das in den nächsten zwei Jahren auf dem Gebiet keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden dürfen.

Allerdings ist die Kommune dadurch zum Handeln verpflichtet und muss einen Bebauungsplan erarbeiten. Zahlreiche Einwohner der Gemeinde und aus Kletzke fanden sich zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde ein, in der der erste Planentwurf vorgestellt wurde. Ihre erste Kritik lautete: Warum geht die Planung so schnell. Wo doch erreicht werden sollte, erst in zwei Jahren einen Bebauungsplan zu haben. Dahinter steht die Hoffnung das dann der neue Regionalplan Wind rechtskräftig ist und das Windgebiet Kletzke gar nicht mehr existiert. Eine Antwort bekamen die Bürger auf diese Frage nicht.

In Kletzke herrscht der Wunsch vor nach einen Mindestabstand der Windkraftanlagen von 1000 Metern zur Wohnbebauung. Der Investor will aber maximal 750 Meter entfernt bauen. Der gleiche Windpark erstreckt sich bis in die Gemarkung Schrepkow. Hier sollen die Windkraftanlagen nur 650 Meter von der Wohnbebauung aufgestellt werden. Der Gumtower Bürgermeister Stefan Freimark war Gast der Sitzung und informierte, dass seine Gemeinde die Pläne ablehne, zumal der Ort Neu Schrepkow dann zu 270 Grad von Windkraftanlagen umschlossen sei.

Im Windpark Kletzke sollen zwei Anlagen abgebaut und fünf neue errichtet werden. Die neuen Anlagen sollen eine Leistung von jeweils 3 MW haben und 195 Meter hoch sein. Davon versprechen sich die Investoren mehr Windnutzung in der Höhe und somit mehr Ertrag aus den Anlagen.

Die überwiegende Meinung der Anwohner war, dass sie nichts gegen Windkraftanlagen und „Grünen Strom“ einzuwenden hätten. Aber der Abstand zur Wohnbebauung solle größer sein und Windkraftanlagen nur noch gebaut werden, wenn der erzeugte Strom auch abgeleitet und genutzt werden kann.

Karin Koska vom beauftragten Planungsbüro in Pritzwalk machte deutlich, dass nach ersten Gutachten Schall- und Schattenemissionen zum Teil die gesetzlichen Grenzwerte übersteigen werden und die Anlagen zu bestimmten Zeiten gedrosselt oder ganz abgeschaltet werden müssten.

In der ersten Planung wurde auch über Ausgleichsmaßnahmen gesprochen. Insgesamt können für den Bau der Anlagen etwa 150 000 Euro Ausgleichsmaßnahmen in der Gemeinde Plattenburg umgesetzt werden. Der Abriss alter Stallanlagen in Kleinow, Zernikow und Rambow wurde dafür zunächst ausgewählt. Für die Versiegelung von Flächen durch Bauplätze und Baustraßen können nochmals Ausgleichsmaßnahmen im Umfang von etwa 44 000 Euro vorgenommen werden. Hier sind vor allem Baumpflanzungen an Wegen und Plätzen in der Gemeinde vorgesehen.

Andreas Wilde, Vorsitzender des Bauausschusses, forderte die Anwesen auf, weitere Vorschläge für Ausgleichsmaßnahmen zu machen, denn sonst würde in der Gemeinde nicht genutztes Geld in den großen Topf des Landes Brandenburg fließen und an anderen Stellen eingesetzt werden.

Nach dem Beschluss des ersten Entwurfes in der kommenden Gemeindevertretersitzung wird der Plan öffentlich ausgelegt. Dann können Einwohner der Gemeinde Plattenburg ihre Stellungnahmen und Einwände zur ersten Entwurfsplanung formulieren und vorbringen.
 

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