zur Navigation springen

internationaler besuch : Engländer lernen in Pritzwalk

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bildungsgesellschaft setzt verstärkt auf internationale Kooperation / Auszubildende aus Nottingham waren zu Besuch

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Von der Berufsvorbereitung über die Erst- bis zu Verbundausbildung erstreckt sich die Angebotspalette der Pritzwalker Bildungsgesellschaft. Wer sich davon selbst ein Bild machen wollte, konnte jüngst den Tag der offenen Tür in der Einrichtung nutzen.

Im Bereich der Verbundausbildung übernimmt die Bildungsgesellschaft bestimmte Bereiche der Ausbildung, die in den Unternehmen selbst nicht zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem das Programmieren von Robotertechnik oder das Schweißen mit Lasertechnik. Im Bereich der Erstausbildung können Schulabgänger, die in der freien Wirtschaft keinen Ausbildungsplatz finden, einen Beruf in der Holzverarbeitung, Metallverarbeitung oder im Metier Hauswirtschaft/Küche erlernen. In den letzten Jahren sind es vor allem junge Leute mit starken schulischen Defiziten, die in der Bildungsgesellschaft eine Erstausbildung absolvieren.

Im Zuge des demografischen Wandels müsse sich auch die Bildungsgesellschaft neu ausrichten, sagt Lothar Nagel, der den Tag der offenen Tür organisiert hat. Denn schon heute übersteigt die Zahl der Ausbildungsangebote die Zahl der Schulabgänger. An diesem Verhältnis werde sich wohl auch künftig kaum etwas ändern. Deshalb setze man verstärkt auf die Kooperation mit Unternehmen im Bereich der Verbundausbildung und auf internationale Kooperation. So könne die Bildungsgesellschaft ihr Profil schärfen, um perspektivisch hochmoderne und spezialisierte Ausbildungsmodule anbieten zu können.

Möglich wird eine solche Kooperation über das Leonardo-Projekt der EU. Dieses ermöglicht den gegenseitigen Austausch von Bildungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern, um so jungen Menschen ein breiteres Wissen vermitteln zu können. Wie eine solche Kooperation aussehen kann, zeigten junge Leute vom Central College aus Nottingham, die zwei Wochen in Pritzwalk zu Gast waren. In der englischen Einrichtung habe man sich auf die Schweißausbildung spezialisiert, sagt Stephen Rice. Er ist einer der beiden Ausbilder, die die Gruppe begleiteten. Allerdings habe man in Nottingham nicht so moderne Möglichkeiten wie in Pritzwalk. Denn hier stehen sowohl Robotertechnik wie auch Laserschweißgeräte zur Verfügung. Verfahren, die enorm wichtig sind für die Ausbildung und für die Zukunft.

„Es hat großen Spaß gemacht, mit den jungen Leuten zu arbeiten. Sie sind sehr fleißig und interessiert und haben die Aufgaben sehr gut gemeistert“, sagt Werner Schulze, Geschäftsführer der Pritzwalker Bildungsgesellschaft.

In Pritzwalk verständigte man sich auf einen Kooperationsvertrag zwischen beiden Einrichtungen, um die gemeinsame Arbeit zu intensivieren. „Zunächst haben wir den Kooperationsvertrag auf Deutsch fertig, wir werden ihn jetzt noch übersetzen und dann werden wir auch künftig häufiger englische Gäste in Pritzwalk begrüßen dürfen“, sagt Schulze.

Den jungen Leuten selbst habe ihr Aufenthalt in Pritzwalk sehr gefallen. Die technische Ausstattung der Bildungsgesellschaft habe einige überrascht. Das Schweißen mit Robotern und vor allem deren Programmierung sei jedoch zum Teil sehr schwer gewesen. Ziel war es, in diesen zwei Wochen aus sechs Metallplatten einen kleinen Würfel exakt zusammenzuschweißen. Das gelang den Engländern dann auch sehr gut, und auch von den Ausbildern in Pritzwalk gab es nur Lob für die jungen Leute.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen