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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 04:34 Uhr

Energiekosten nagen am Frauenhaus

vom

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2013 | 05:52 Uhr

Perleberg | Seit 2012 ist das Frauenhaus in Wittenberge das einzige im Landkreis Prignitz. Betrieben wird es vom Verein Frauen für Frauen. Auch Frauen aus Perleberg, viele davon mit Kindern, finden vor häuslicher Gewalt hier ein schützendes Obdach. Im vergangenen Jahr waren es allein 14 Frauen und 34 Kinder aus dem Bereich Perleberg, die hier übergangsweise eine Bleibe fanden. Darüber hinaus wurden 32 Frauen aus Perleberg ein oder auch mehrmals von den Mitarbeitern beraten, denn das Haus hält dahingehend auch ein umfangreiches Angebot vor.

Auch in diesem Jahr begaben sich bereits acht Frauen und 14 Kinder in den Schutz des Frauenhauses, berichteten die Mitarbeiter im Sozial- und Kulturausschuss. Zugleich sprachen sie aber auch ein gravierendes Problem an: die Finanzen. Land und Landkreis fördern die Personalkosten für zwei Mitarbeiter. Es sind aber die Betriebskosten, die hier vor allem negativ ins Gewicht fallen, konkret gehe es um das Missverhältnis zwischen den benötigten Geldern und den tatsächlichen Zuschüssen. Denn zur Abdeckung dieser sollen neben den eigenen Einnahmen, dem Unkostenbeitrag, den die Frauen zahlen, und dem Betrag des Landkreis auch die Städte ihren finanziellen Part leisten. Wittenberge und Perleberg zahlen, "aus Pritz walk und Karstädt haben wir bis dato noch keinen Bewilligungsbescheid", so die Mitarbeiter.

Für das vergangene und für dieses Jahr habe man in Perleberg einen Zuschuss von jeweils 1510 Euro beantragt, erhalten habe das Frauenhaus 1300 Euro. Den Fehlbetrag könne man aber aus Eigenmitteln nicht mehr ausgleichen. Konkret seien es die Stromkosten, die das Projekt förmlich auffressen. Die alten Nachtspeicheröfen müssten dringend einer neuen Heizungsanlage weichen, um die "Betriebsfähigkeit des Frauenhauses zu erhalten", so die Mitarbeiterinnen.

Hartmut Schneider (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses, regte an, die Verwaltung zu beauftragen, die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung zu prüfen und gegebenenfalls aufzustocken. Wolfgang Schulz (SPD), auch Vorsitzender der Awo, die bis 2011 das Frauenhaus betrieben hat, sprach davon, dass es hier noch Klärungsbedarf gebe, man ein finanzielles Papier auf dem Tisch haben müsse, um weiter über die Thematik beraten zu können. Elke Lange (Linke) hingegen wies darauf hin, dass der Topf, aus dem derzeit die Gelder derzeit fließen, sicher nicht der richtige sei. "Hier geht es um Fördermöglichkeiten für Verbände und Vereine. Das Frauenhaus gehört meines Erachtens aber zur Daseinsvorsorge." Hans-Peter Steinke (CDU) regte an, dass die Verwaltung beauftragt werde, eine Vorlage für eine sinnvolle Finanzausstattung zu erarbeiten. "Da müssen aber auch alle mit ins Boot geholt werden", betonte Gertrud Madaus (SPD mit Blick auf Pritzwalk und Karstädt.

Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, dass die Verwaltung bis Jahresende "ein vernünftiges Papier vorlegt", wie es Hartmut Schneider formulierte.

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