Karstädt : Energiekosten für die Löcknitzhalle drosseln

Ein regelrechter Energiefresser: Die 1997 fertiggestellte Löcknitzhalle in Karstädt verschlingt im Jahr rund 55000 Euro an Gas- und Stromkosten.
Foto:
Ein regelrechter Energiefresser: Die 1997 fertiggestellte Löcknitzhalle in Karstädt verschlingt im Jahr rund 55000 Euro an Gas- und Stromkosten.

Gemeindeverwaltung Karstädt will Antrag für ein Blockheizkraftwerk auf den Weg bringen

svz.de von
11. Juli 2014, 02:00 Uhr

Ein ehrgeiziges Projekt verfolgt die Gemeinde Karstädt. Durch die vielen kommunalen Einrichtungen in dem großen Einzugsgebiet der Gemeinde fallen enorme Energiekosten an. Und da sind die Verwaltungsmitarbeiter ständig auf der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten. Nach und nach rüstet man auf Energiesparleuchten in den kommunalen Einrichtungen oder wie jüngst im Bahnhofstunnel um. Die Straßenbeleuchtung – ein großer Kostenfaktor in der Gemeinde – wurde ebenfalls bereits umgerüstet.


Derzeit jährlich rund 55 000 Euro an Kosten


Und jetzt will man die nächste enorme kostenträchtige Energiequelle drosseln: die in der Löcknitzhalle. Derzeit muss die Gemeinde im Jahr für den Gasverbrauch rund 35 000 Euro und für den Stromverbrauch rund 20 000 Euro für die 1997 fertiggestellte Veranstaltungshalle hinblättern. Die Ansage ist klar: „Wir müssen von den hohen Kosten runter“, so Karstädts Bauamtsleiter Christian Gadow. In der Gemeindeverwaltung weiß man auch schon wie. Und zwar mit einem Gesamtsystem bestehend aus einem Blockheizkraftwerk, einem Brennwertkessel sowie einem Steuerungs- und Regelungssystem. „Wir haben eine Analyse erstellt. Mit dem Blockheizkraftwerk können wir auch Strom erzeugen. Mit dem neuen Steuerungs- und Regelungssystem können wir die Heizperiode den Außentemperaturen und der Auslastung anpassen“, erklärt der Bauamtschef. Summa summarum errechneten die Experten eine Einsparung der Energiekosten zu heute von jährlich etwa 20 000 Euro.


Über den RWK als Schlüsselprojekt


Nun aber bekommt man so ein Gesamtsystem allerdings nicht geschenkt. „Wenn sich die Kosten in einem Zeitraum von unter zehn Jahren amortisieren, rechnet sich das“, sagt Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Fritze, der maßgeblich in den vergangenen Wochen damit beschäftigt war, alle wichtigen Daten, Eckpunkte etc. für einen Förderantrag zusammenzustellen. „Die Vorarbeiten sind erledigt.“ Aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Regionalen Wachstumskern (RWK) Prignitz könnte die Gemeinde Karstädt für die neue Energieversorgung in der Löcknitzhalle eine gesonderte Förderung in Anspruch nehmen. „Jede Stadt und Gemeinde kann über den RWK ein Schlüsselprojekt einreichen. Es muss für die Gemeinde eine herausragende Bedeutung haben sowie im Sinne des Stadt- und Entwicklungskonzepts des RWK sein“, erklärt Wolfgang Fritze. Der RWK hat sich unter anderem auf die Fahne geschrieben, Energieeinsparungen vorzunehmen.

Wenn die Städte Wittenberge und Perleberg, die neben der Gemeinde Karstädt dem RWK Prignitz angehören, ihr Okay geben, können nach Anlauf der neuen Förderperiode im Herbst die Karstädter ihren Förderantrag unter der Bezeichnung „Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des Energieverbrauchs und der CO2 Emissionen in der Löcknitzhalle“ auf den Weg bringen. Das Land Brandenburg entscheidet dann schließlich, ob es diesem zustimmt, da ein Schlüsselprojekt auch überregional ausstrahlen muss. Noch ein langer Weg, bis eine mögliche Ausschreibung erfolgen kann.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen