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Der Prignitzer

23. November 2017 | 18:03 Uhr

Polizeimeldung : Endstation Psychiatrie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die vier randalierenden Männer aus Dänemark waren eine Gefahr für sich selbst und andere

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 13:16 Uhr

Noch ist der kuriose Fall um die vier randalierenden Männer aus Dänemark nicht abgeschlossen. Nachdem die Polizei sie gleich mehrmals in Gewahrsam nehmen musste, landeten zwei von ihnen schließlich auf der psychiatrischen Station des Klinikums Neuruppin. Sie stellten eine Gefahr für sich selbst und andere dar, teilte die Polizei gestern mit.

Es erinnert irgendwie an einen verrückten Hollywood-Film. Am Dienstag gegen 19.30 Uhr meldeten Zeugen mehrere Randalierer in einem Kyritzer Supermarkt. Laut Polizeibericht hatte einer der Männer in den Verkaufsraum gekotet und sich anschließend mit Bettwäsche vom Warentisch gereinigt. In den folgenden Stunden hielten die Dänen die Polizei in Atem.

Sie brachen in Neuruppin in ein Bürogebäude ein, randalierten in einer Tankstelle, beschimpften in Wittstock Passanten und verursachten schließlich nördlich von Kyritz einen Verkehrsunfall (wir berichteten).

In Folge der begangenen Straftaten befanden sich bis gestern zwei der Dänen (24 und 26 Jahre) im Gewahrsam der Polizeiinspektion. Die zwei anderen Männer (23 und 24 Jahre) wurden aufgrund eines Zustandes, in dem sie für sich selbst wie für andere eine Gefahr darstellten, auf die psychiatrische Station des Klinikums Neuruppin gebracht.

Nach Ermittlungen der Kriminalpolizei sowie mit Unterstützung des Deutsch-Dänischen gemeinsamen Zentrums in Padborg konnte die Identität der Männer bestätigt werden. Alle sind bereits polizeilich bekannt, unter anderem auch wegen des Konsums von Betäubungsmitteln. Alle vier standen zum Tatzeitpunkt unter Einfluss von Drogen, was ihr Verhalten erklären könnte. Sie waren wohl auf der Rückreise von Berlin.

Mittwochnachmittag erfolgte zunächst die Vernehmung der Männer aus dem Gewahrsam. Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin wurden der 26-Jährige nach Erhebung einer Sicherheitsleistung wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und der 24-Jährige nach Erhebung einer Sicherheitsleistung wegen Fahrens unter Drogeneinfluss sowie ohne Fahrerlaubnis am späten Abend aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Gestern erfolgte die Vernehmung der beiden anderen im Klinikum. Für den 23-Jährigen legte ein Richter des Amtsgerichts Neuruppin die Unterbringung im Klinikum auf zwei Tage fest. Für den zweiten 24-Jährigen war dies nicht entschieden worden, hier erfolgt heute Nachmittag die Entscheidung. Beide mussten aufgrund ihrer Aggressivität zeitweilig durch das Klinikpersonal auf ihren Liegen fixiert werden.

In seiner Vernehmung gab der 24-Jährige die Vorwürfe im Wesentlichen zu. In die Verkaufsstelle hätte er gekotet, weil nach seinem Ruf nach einer Toilette niemand reagiert habe. Auch die Beteiligung am Unfall und die Sachbeschädigungen in Wittstock räumte er ein. Entsprechend wurde er unter Benennung eines Zustellbevollmächtigten aus dem Klinikum nach Hause entlassen. Der 23-Jährige räumte die Vorwürfe ebenfalls im Wesentlichen ein, bleibt aber zu seinem Schutz zunächst im Klinikum. Die Beschädigung der Scheibe der Tankstelle erfolgte angeblich aufgrund eines Missverständnisses. Um ihn abzuholen, wurden seine Eltern verständigt. Zur Fortführung des Ermittlungsverfahrens wurde ebenfalls ein Zustellungsbevollmächtigter benannt.

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