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Fußgänger dürfen die Eisenbahnbrücke benutzen : Endlich Kompromiss per Vertrag besiegelt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Altmärker und Prignitzer einigen sich mit Bahn AG nach jahrelangen Verhandlungen über Bohlenweg.

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Der letzte Akt zur öffentlichen Nutzung des Bohlenwegs auf der Eisenbahnbrücke über die Elbe vollzog sich gestern Mittag im Wittenberger Rathaus. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Elbestadt, die Verbandsgemeinde Seehausen und mit ihnen die jeweiligen Landkreise Prignitz und Stendal mit der Bahn AG darüber geeinigt, dass die genau 1,034 Kilometer lange Querung, die direkt neben dem Schienenstrang verläuft, von Fußgängern auch genutzt werden darf. Die Anliegerkommunen unternehmen als Gegenleistung dafür die Verkehrssicherungspflicht und die Unterhaltung der Holzbohlen, mit denen der Weg ausgelegt ist.

Per Unterschrift besiegelten Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, der Seehäuser Verbandsbürgermeister Robert Reck sowie Hans-Joachim Leddig von der Produktionsdurchführung bei der DB Netz AG den Vertrag dazu. Mit von der Partie, weil finanziell mit im Boot, für den Landkreis Stendal Simone Tandeck, und für den Kreis Prignitz Andreas Ditten. Der Vertrag ist ein Kompromiss, „mit dem wir gut leben können“, charakterisiert Dr. Hermann das vorliegende Papier. Der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister spricht sogar von einem „wunderbaren Zeichen dafür, was man erreichen kann, wenn man es denn will“. Uwe Neumann als Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz spricht vom „ganz großen Aufatmen“.

Was macht die gut einen Kilometer lange Strecke so bedeutsam?

Es sind die Nutzer. Der Weg auf der Eisenbahnbrücke ist die schnellste Verbindung für Fußgänger und Radfahrer (sie müssen offiziell absteigen), wenn sie in die Altmark bzw. die Prignitz wollen. Wittenberge sei ein Zentrum, in dem viel los ist. Das sei auch für die Bürger im Norden der Altmark wichtig, sagt die Vertreterin des Landkreises Stendal. Auch als kurzer Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen geht es über die Eisenbahnbrücke. Der Vertrag garantiert aber auch, dass Pedalritter, die auf dem Elberadweg unterwegs sind, die Eisenbahnbrücke queren können. Neumann verweist darauf, dass der Elberadweg der meistbefahrene in Deutschland ist.

Die zu DDR-Zeiten errichtete Brücke gehört heute der Bahn AG und damit auch der Bohlenweg. Während die Kommunen die Auffassung vertreten, diese Querung sei mit Errichtung öffentlich gewidmet gewesen, handelt es sich aus Bahnsicht um ihren Betriebsweg. Immer wieder sprach die Bahn davon, den Weg zu schließen, vor allem, wenn zusätzliche Kosten anfielen. Der Konzern kann nach den Worten von Leddig aber auch mit dem Kompromiss leben. Die Kosten für den Wegunterhalt von zirka 8000 Euro nach den Erfahrungen der letzten Jahren teilen sich die Kommunen und die Kreise.

 

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