Sanierung in Karstädt : Ende Juni ziehen erste Mieter ein

Das Haus Nr. 28 wertet auch optisch den Dorfplatz an der Kirche auf.
Das Haus Nr. 28 wertet auch optisch den Dorfplatz an der Kirche auf.

Thomas-Müntzer-Straße 28 nach Sanierung ein echter Hingucker. Aufwertung des alten Karstädter Dorfkerns.

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25. Juni 2015, 12:00 Uhr

Es ist ein Hingucker geworden, das Haus Nr. 28 in der Thomas-Müntzer-Straße von Karstädt. Über Jahre fristete es ein eher tristes Dasein. Nach einer kompletten Sanierung kommt Ende Juni wieder Leben in das imposante Gebäude – einziehen werden vier Mietparteien.

Vor mehr als 100 Jahren errichtet, gehörte das Haus (im Volksmund auch „Baron Müllers Haus“ genannt) zum Gut Neu Premslin. Es wurde im Zuge der Bodenreform enteignet und ging in Volkseigentum über. Von der Gebäudewirtschaft verwaltet, wohnten hier drei Familien, auch hatte viele Jahre der Dorfkindergarten hier sein Zuhause. Nach 1990 nutzten die Ortsgruppe Karstädt der Volkssolidarität und danach das neu gegründete Diakoniewerk Karstädt/Wilsnack freie Räumlichkeiten. Dann stand das Gebäude mehrere Jahre leer. Der Zustand, besonders durch das marode Dach, wurde zunehmend schlechter, ein Investor fand sich nicht, so dass der Ortsbeirat Karstädt gar einen Abriss erwog.

Nach endgültiger Klärung der Eigentumsverhältnisse dann die positive Entscheidung: die GWG (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Perleberg) übernahm das Grundstück. Die Gemeinde Karstädt als Gesellschafter der GWG setzte ihrerseits Restmittel der Städtebauförderung für die Dachsanierung ein und schaffte damit die Voraussetzung für die weitere Sanierung des Gebäudes.

„Entstanden sind vier Zwei- bzw. Dreiraum-Wohnungen – drei im Erd- und eine im Dachgeschoss – alle mit eigenem Zugang. Oben haben wir einen Trockenboden zur gemeinschaftlichen Nutzung ausgebaut“, informiert GWG-Mitarbeiter Ronald Otto. Als Nebengelass für die Mieter wurde ein vorhandenes Gebäude im Außenbereich hergerichtet. Abgeschlossen sind die Pflasterarbeiten, ebenso ist Rasen eingesät. Nach dem Austrocknen erhält der neu angeputzte Sockel noch einen abschließenden Farbanstrich.

Für die umfangreichen Arbeiten – abzureißen auf dem Hof war auch ein großes Backsteingebäude – nahm die GWG einiges an Geld in die Hand. „Alles Eigenmittel, keine Förderung“, betont Otto. Sämtliche Medien, wie Elektrik, Wasser, Abwasser oder Heizung waren zu erneuern. „Erneuern mussten wir auch alle Fußböden und im Dachgebälk zahlreiche Balken“, erzählt der GWG-Mitarbeiter weiter. Auch GWG-Geschäftsführer Klaus Neumann ist zufrieden mit dem gelungenen Sanierungsergebnis, an dem ausschließlich lokale bzw. regionale Firmen unter fachlicher Betreuung des Architekturbüros Röpke beteiligt waren.

Mit der Grundstücksteilung besteht übrigens die Voraussetzung, die zweite Fläche bei Bedarf mit zwei oder drei Eigenheimen zu bebauen. Möglich sei dies aber nur über die Aufstellung eines Bebauungsplans, da eine Bebauung in zweiter Reihe rechtlich nicht genehmigt wird, hieß es aus dem Bauamt.

„Das Haus mit seinem frischen Anstrich wertet den alten Dorfkern an der Kirche weiter auf“, unterstreichen nicht nur Otto und Neumann, sondern auch André Lüdemann. „Wir freuen uns, dass dieses ortsbildprägende Gebäude erhalten blieb“, so Karstädts Ortsvorsteher. Drei der vier Mieter kommen übrigens aus dem Wohnblock Straße des Friedens 18-27, der abgerissen wird. Ende Juni/Anfang Juli sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden und der Abriss Ende August/Anfang September beginnen.

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