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Abriss statt Erhalt : Ende für den ältesten Giebel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Erhalt des stadtbildprägenden Gebäudeteils in der Franz-Grunick-Straße zu kostspielig / Größerer Parkplatz für Feuerwehr entsteht

von
erstellt am 19.Jun.2014 | 12:00 Uhr

Es gibt ihn nicht mehr – den ältesten Giebel der Franz-Grunick-Straße. Samt Gebäude wurde er abgerissen, machte Platz für einen größeren Parkplatz der Feuerwehr. Dass ein solcher entsteht, „das ist richtig, gut und nötig und hat meine volle Unterstützung“, schreibt Hans-Peter Freimark. Die Gebäude, zu denen der Giebel gehörte, seien sehr marode gewesen, da „die Stadt in den letzten zig Jahren nichts zu deren Erhalt getan hat“. Mit ein wenig guten Willen aber hätte man zumindest den Giebel des etwa 150 Jahre alten Gebäudes erhalten können, ist sich Freimark sicher.

„Stattdessen werden als Ausrede die Standfestigkeit in Frage gestellt und Kosten, die entstehen würden. Bei dem Luxus-Parkplatz am Tierpark spielen Kosten allerdings nicht eine so große Rolle“, führt Freimark an. Er wandte sich an die Denkmalbehörde. Bei einem Ortstermin wurde am 12. Februar festgehalten, dass die Gebäude „… städtebauliche und geschichtliche Bedeutung aufweisen.“ Aufgrund des Zustandes der Gebäude werde aber auf eine Eintragung in die Denkmalliste verzichtet. Dennoch wurde gesagt, dass es für die Stadtstruktur sowie für das Stadtbild prägnante Bauten seien und geprüft werden sollte, ob die Giebelfront des vorderen Gebäudes erhalten werden könne.

Wurde sie aber nicht, stattdessen sehe das Gegenüber des Dokumentationszentrums nun aus wie ein Gebiss ohne Zähne, schreibt Hans-Peter Freimark. Warum diese Entscheidung zum Abriss? Der „Prignitzer“ fragte bei Bauamtsleiter Hagen Boddin nach. Es stimme, die Denkmalbehörde habe sich selbst ein Bild gemacht. Ihre Entscheidung: Man könne, aber man müsse nicht und so hat sie das Objekt auch nicht explizit unter Denkmalschutz gestellt. Die Stadt hätte den Sachverhalt auch geprüft, doch der finanzielle Aufwand, den Giebel zu erhalten, wäre nicht zu stemmen. „Er ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar“, betont Boddin. Denn die Standsicherheit der Giebelwand ohne die Aussteifungen des Gesamtbauwerkes ist nicht geben. Eine entsprechende Stützkonstruktion hätte errichtet werden müssen. Statikuntersuchung, Planung und schließlich bauliche Maßnahmen, da wäre man schnell im fünfstelligen Bereich bei den Kosten, überschlägt der Bauamtsleiter. Nach Vorlage aller Genehmigungen wurde der Abriss getätigt.

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