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Der Prignitzer

22. November 2017 | 03:05 Uhr

Elternprotest gegen Bahnschließung

vom

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2012 | 03:55 Uhr

Putlitz | Im Dezember soll die Bahnlinie Pritzwalk-Putlitz eingestellt werden. Darüber hatte die Verkehrsgesellschaft Prignitz (VGP) mit Vorstellung des neuen Fahrplanes informiert. Der Grund: Das Land zahlt keine Ausgleichsgelder mehr für die bereits 2007 von der Landesregierung für den Personenverkehr abbestellte Bahnstrecke Pritzwalk-Putlitz. Damals hatte der Landkreis die Strecke übernommen, um sie über die Verkehrsgesellschaft Prignitz weiter zu betreiben, fand im Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein einen engagierten Betreiber. Doch ohne Landeszuschüsse sei die Strecke nicht weiter zu betreiben, sie sei schon jetzt ein Zuschussgeschäft wegen unzureichender Fahrgastzahlen, hatte Thomas Becken, Geschäftsführer des Eisenbahnunternehmens Enon GmbH, dem "Prignitzer" bereits Mitte August mitgeteilt.

Vor allem die Eltern der Mädchen und Jungen, die täglich mit dem Zug nach Pritz walk zur Schule fahren, wollen sich mit der Streckenschließung nicht abfinden. "Die Kinder kommen mit dem Zug viel entspannter und ruhiger zur Schule und auch wieder nach Hause", führt beispielsweise Dr. Bernd Knacke an, dessen beide Söhne das Gymnasium in Pritzwalk besuchen. "Extra dafür ist doch der Haltepunkt am Giesensdorfer Weg eingerichtet worden", macht er deutlich. Im Schulbusverkehr sehen er wie auch weitere Eltern keine Alternative, denn da hätten viele Kinder keinen Sitzplatz. "Und was passiert, wenn der Bus notbremsen muss?", fragt Dr. Knacke. Man habe ja schon jetzt den Vergleich, da vor allem die Putlitzer Mädchen und Jungen, die die Rochow-Oberschule besuchen, mit dem Bus fahren würden, weil der sie bis zur Schule bringt. Vom Bahnhof Giesensdorfer Weg bis zur Schule wäre es ein zu weiter Fußmarsch. Allerdings weiß Dr. Knacke auch, dass aus diesem Einzugsgebiet auch Kinder zur Grund- oder Rochow-Schule gefahren werden. Es also eigentlich auch Umstiegsmöglichkeiten geben müsse, so dass damit auch die Züge besser ausgelastet wären.

Egal wie, die Eltern wollen für den Erhalt der Bahnstrecke kämpfen, haben in Putlitz eine Unterschriftensammlung initiiert. Die Listen liegen in vielen Einrichtungen und Geschäften aus.

Und sie sollten auch in den betroffenen Ortsteilen ausgelegt werden, meint Putlitz’ Bürgermeister Bernd Dannemann, der sich dem Elternwillen anschließt. Und das um so mehr, seit er am Montag gemeinsam mit Amtsdirektor Gerd Ehrke ein Gespräch bei der Verkehrsgesellschaft Prignitz hatte. Dort ging es nämlich ganz konkret auch um die Frage, "ob die VGP denn dafür sorgen kann, dass alle Schüler mit dem Bus befördert werden können." VGP-Geschäftsführer Manfred Prause hat darauf verwiesen, dass die Busse ausreichen, "aber je nach Größe und Bauart zu den ausreichenden Kapazitäten auch bis zu 30 Stehplätze gehören", gibt Dannemann die Antwort wieder. Das sei keine Alternative. Er sieht Einsparpotenzial in einer besseren Koordinierung von Bus- und Zugverkehr. "Wenn beispielsweise zwischen 8 und 9 Uhr im Zehn-Minuten-Abstand Bus und Bahn nach Pritzwalk fahren, ist das wenig sinnvoll", argumentiert der Bürgermeister.

Unabhängig davon ärgert Dannemann aber auch, dass es ab Dezember dann am Wochenende gar keine Busverbindung mehr geben soll, nur noch den Rufbus, für den man sich aber schon Freitag bis 18 Uhr entscheiden müsse. "Was aber bei unvorhergesehen dringenden Fahrten?", fragt Dannemann. Prause habe versprochen, das noch einmal zu überprüfen.

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