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Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Eltern müssen zahlen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schülerbeförderung zu Spezialklassen erstattet der Kreis nicht / Vater zeigt sich enttäuscht

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 12:07 Uhr

Das hatte Frank Klakow nicht erwartet, denn eigentlich trägt der Landkreis die Fahrtkosten zur Schule, aber es gibt Ausnahmen. Von so einer ist Familie Klakow betroffen. Deshalb wandte er sich in dieser Woche an die Mitglieder des kreislichen Schulausschusses.

Seine Tochter würde regulär die Grundschule in Meyenburg besuchen, wechselte aber zu Beginn dieses Schuljahres an eine Neuruppiner Schule. „Dort gibt es eine Spezialklasse, die begabte Kinder fördert“, begründet Frank Klakow. Im Landkreis Prignitz gibt es so eine Klasse nicht.

Sowohl die Meyenburger Schule als auch der in der Prignitz vom Staatlichen Schulamt anerkannte Stützpunkt für Begabtenförderung am Gymnasium Wittenberge hätten den Schulwechsel angeregt. „Wir möchten für unsere Tochter das Beste“, sagt ihr Vater.

Der Landkreis hat den Antrag auf Erstattung der Fahrtkosten abgelehnt, da es sich in Neuruppin um keine anerkannte Spezialschule, sondern nur um eine Spezialklasse handelt. In diesem Fall seien keine Fahrtkosten zu erstatten, begründete Barbara Nieß, Sachbereichsleiterin Schulverwaltung. Im Falle einer Spezialschule sei das anders.

Die Kreisverwaltung habe auch keinen Spielraum gesehen, sondern sei an die vom Kreistag verabschiedete und rechtsgültige Schülerbeförderungssatzung gebunden. Sie legt fest, dass die Kosten für Fahrten zu der am nächsten gelegenen Schule getragen werden. Das sei bei Familie Klakow nicht der Fall. Nach der Ablehnung des Widerspruchs hätte die Familie den Klageweg beschreiten können, was sie aber nicht tat.

In diesem speziellen Fall habe sie sogar noch einmal im Bildungsministerium nachgefragt, sagte Barbara Nieß, doch auch dort sei die Sicht des Kreises bestätigt worden.

Frank Klakow zeigte sich enttäuscht, dass zwischen Spezialklasse und -schule so ein Unterschied gemacht werde. Wenn es unstrittig sei, dass Schüler in so einer Klasse eine spezielle Förderung erhalten, die an regulären Schulen nicht möglich sei, sollten die Abgeordneten die Satzung überdenken, bat er und kündigte an, sich an einzelne Fraktionen zu wenden.

Der Ausschussvorsitzende Gordon Hoffmann und der Abgeordnete Andreas Giske (beide CDU) teilten die Auffassung der Verwaltung und zeigten Verständnis für den Elternwunsch. Zugleich bekräftigen sie, dass es wenn überhaupt nur eine politische Lösung geben könne. Die Fraktionen sollten diskutieren und ausloten, welche Auswirkungen ggf. eine Änderung der Satzung hätte.

 

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