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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 06:12 Uhr

Eltern fordern mehr Erzieher

vom

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2012 | 06:41 Uhr

Prignitz | Zu wenig Betreuungszeiten, zu wenig Erzieher in den Kitas - darüber berichtete der "Prignitzer" Anfang Oktober. Zwei Mütter, deren Kinder die Kita in Pirow besuchen, kritisierten die brandenburgischen Festlegungen dazu. Eine Verbesserung ist vorerst wohl nicht in Sicht.

In Pirow ist die Gemeinde eingesprungen, zahlt zehn Wochenstunden mehr für die Betreuung der Mädchen und Jungen in der gemeindeeigenen Einrichtung aus ihrem Haushalt. Ein gut gemeinter Schritt, wie die beiden Mütter betonen, aber eigentlich nicht die richtige Lösung. Doch die wird es wohl auch derzeit nicht geben, macht Danuta Schönhardt, für die Kinderbetreuung zuständige Geschäftsbereichsleiterin des Landkreise , deutlich.

Der Betreuungsschlüssel schreibt laut brandenburgischem Kita-Gesetz die Zeiten für die Kinderbetreuung vor, danach werde bezahlt. Aktuell liegt der Personalschlüssel für bis Dreijährige bei 0,8 Erziehern für sechs Kinder, für Dreijährige bis zur Einschulung bei 0,8 Erziehern für zwölf Kinder. "Damit befinden wir uns wir im Bundesdurchschnitt auf den hinteren Plätzen", so Schönhardt.

Zumindest seit dieser Wahlperiode, denn die Brandenburger Kita-Initiative hatte zu einer Novellierung des Gesetzes geführt. Zuvor war es in jeder Altersgruppe noch ein Kind mehr gewesen. Allerdings bestehe in Brandenburg eine wesentlich höhere Dichte an Kindereinrichtungen, gibt Schönhardt zu bedenken und damitkönne der gesetzliche Anspruch auf einen Kita-Platz hier viel eher gewährleistet werden. An dem Problem fehlender Stunden gerade in kleineren Kindereinrichtungen mit geringerer Erzieherzahl ändere das allerdings nichts.

Alternativ hatten die beiden Pirower Mütter die Abschaffung der Stichtagsregelung gefordert. Sie besagt, dass zum 1. März, zum 1. Juni, zum 1. September und zum 1. Dezember die Zahl der zu dieser Zeit in der Kita betreuten Kinder erfasst und danach die Betreuungsstunden berechnet werden.

Die beiden Mütter hatten beklagt, dass sich aber Geburten und damit auch das Ende von Erziehungszeiten nicht nach diesen Stichtagen richteten, es also zwischendurch zu Veränderungen in der Kita-Belegung kommen könne, die Betreuungszeiten nicht mehr ausreichten. Mit anderen Worten, dieses System sei zu unflexibel.

Das stimme zwar, räumt Danuta Schönhardt ein, verweist aber darauf, dass sich in aller Regel Zu- und Abgänge ausgleichen würden. Eine ständige Erfassung der Kinderzahlen und Berechnung der Betreuungsstunden sei verwaltungstechnisch nicht händelbar. Und, so Danuta Schönhardt, es würde ja auch an dem insgesamt nicht ausreichenden Betreuungsschlüssel nichts ändern. Dieser umfasst übrigens nicht nur die reinen Betreuungszeiten für die Kinder, sondern damit seien auch Urlaub, Fortbildung und eventuelle Krankheitstage der Erzieherinnen und Erzieher abzugelten.

Außer Frage stehe, das sagt auch Iris Dutkowski, Sachbereichsleiterin Kita und Vormundschaftswesen der Kreisverwaltung, dass kleinere Kindertagesstätten dabei benachteiligt seien. "Auf Antrag haben wir schon Betreuungsstunden aufgestockt, um bei Notwendigkeit die Öffnungszeiten abzudecken", beschreibt sie. Aber generell sei das Problem vom Landkreis nicht zu lösen, sondern sei viel mehr die Politik gefragt.

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