Gastronomie : „Eleganza italiana in Perleberg“

Sind ein eingespieltes Team: Sebastian, Giancarlo, Mena, Tino und Marcus (v. l.) im neuen Saal des Wallgebäudes.
Sind ein eingespieltes Team: Sebastian, Giancarlo, Mena, Tino und Marcus (v. l.) im neuen Saal des Wallgebäudes.

Modestino und Mena Crescenzo eröffnen Saal im Wallgebäude und halten an echter italienischer Küche fest

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01. Juni 2015, 12:00 Uhr

Einige Dinge brauchen Zeit. In diesem Fall hat es acht Jahre gedauert, bis Modestino und Mena Crescenzo aus einem Traum Wirklichkeit werden ließen. Die Inhaber des italienischen Restaurants L'Italiano in Perleberg haben den benachbarten Saal im Wallgebäude gepachtet, restauriert und am Wochenende mit einer Jugendweihefeier eingeweiht.

Eine wellenförmige Deckenkonstruktion macht den einst riesig wirkenden Raum kleiner, verleiht ihm eine gute Akustik. Die grüne Wandtapete mit ihren goldenen Ornamenten passt zu dem im 14./15. Jahrhundert errichteten Gebäude, dem zeitweiligen Wohnsitz des brandenburgischen Markgrafen. „Eleganza italiana in Perleberg“, sagt Tino stolz.

Ganz klar sei das eine erhebliche Investition gewesen, und das in einer Zeit, in der besonders seine Branche stöhnt: steigende Lebensmittelpreise, Arbeitszeitengesetz, fehlender Nachwuchs in Küche und im Service. „Das stimmt alles, aber sollen wir deswegen aufgeben?“, fragt er und gibt selbst die Antwort: „Wir können nicht immer nur meckern, sondern müssen uns weiter entwickeln. Eine andere Chance haben wir nicht.“

Er sei kein Typ, der sich auf Erfolgen ausruht. „Wenn es zu langweilig wird, brauche ich eine neue Herausforderung.“ Das sei bei ihm noch nie anders gewesen. Schon mit neun Jahren faszinierte ihn das Gastgewerbe.

In seiner süditalienischen Heimat bei Neapel half er an Wochenenden einem Konditor. Später ging er bei ihm in die Lehre. Der Konditor eröffnete eine Pizzeria, baute einen Partyservice auf. Tino blieb an seiner Seite, bis er vor 28 Jahren nach Deutschland kam.

Seit 20 Jahren ist er mit seiner Frau Mena selbstständig, betrieb zunächst in Wittenberge ein Restaurant und eröffnete 2007 das Lokal im Wallgebäude. „Das Geschäft läuft“, sagt er ehrlich, und das sei die Voraussetzung für die jüngste Investition gewesen. Und noch etwas hatte ihn ermutigt: 2010 stieß Menas Neffe Giancarlo zum Familienbetrieb dazu.

Sein Koch Marco hält ihm seit 15 Jahren die Treue und Pizzabäcker Sebastian habe sich ebenfalls einen guten Ruf erarbeitet. Mit so einem Team könne man sich neue Ziele setzen. Mittelfristig sollen zwei weitere Mitarbeiter das achtköpfige Team verstärken. Der Zeitpunkt ihrer Einstellung hänge davon ab, wie gut der Saal mit seinen 80 bis 100 Plätzen angenommen wird.

Gastronomisch will Tino an seinem Konzept festhalten: „Ich bin Italiener und meine Küche bleibt italienisch.“ Mindestens einmal wöchentlich fahre er zum Großmarkt nach Hamburg, kaufe Zutaten und Spezialitäten wie Schwertfisch oder Thunfisch – zwei landestypische Köstlichkeiten, die er persönlich Pasta und Pizza vorziehe.

Viel zu sehr werde die italienische Küche darauf reduziert, dabei seien Fisch und Meeresfrüchte ihr wahrer Kern. „Wir haben 8000 Kilometer Küste, das sagt doch alles.“

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