Elbestadt im Eiskunstlauf-Fieber

Stars zum Anfassen II: Autogramm vom Eiskunstlaufprofi Stefan Lindemann.
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Stars zum Anfassen II: Autogramm vom Eiskunstlaufprofi Stefan Lindemann.

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26. November 2012, 09:51 Uhr

Wittenberge | "Es war einfach fantastisch wie wir hier empfangen und gefeiert wurden!" Stefan Lindemann, Eiskunstläufer, EM- und WM-Dritter, Olympiateilnehmer und inzwischen Eiskunstlauftrainer, lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass die zwei Shows in Wittenberge für die Berliner Nachwuchssportler eine tolle Erfahrung waren. "Die hiesigen Stadtwerke boten uns mit ihrer Einladung die Chance, einmal jenseits des Wettkampf- und Trainingdrucks allein des Spaßes wegen unser Können zu zeigen und unseren Sport den Menschen ganz nah zu zeigen."

Neben den beiden Paaren Christin Schotte/Kevin Kottek und Vanessa Bauer/Noolan Seegert, die bereits eine Woche zuvor die Wittenberger mit ihrer tollen Show auf der kleinen Eisfläche verzauberten, hatte Lindemann am Samstag die 13-Jährige Jennifer Schmidt aus dem deutschen Bundeskader mit nach Wittenberge gebracht. In einer eindrucksvollen Einzelkür zeigte die Schülerin aus Berlin elegante Figuren und dynamische Sprünge.

"Es ist ungewohnt, auf einer so kleinen Fläche zu laufen, und ich musste lange probieren bis ich das hinbekommen habe", erzählt sie dem Prignitzer. Und wie ist es mit der Aufregung? "Ein kleines bisschen ist schon da, aber wenn ich das Eis betrete ist sie weg. Der Weg zur Eisfläche ist viel schlimmer", kichert sie. Ein klares Ziel hat Jennifer, die das Eiskunstlaufen seit sieben Jahren als Leistungssport betreibt und in ihrer Berliner Sportschule bis zu sechsmal wöchentlich trainiert, natürlich auch. "Olympia 2018 in Südkorea, da will ich dabei sein", sagt sie selbstbewusst.

Wie wichtig Jennifer und ihren Mitstreitern der Kontakt zum Publikum ist zeigen sie im Anschluss an ihr Programm, als sie eifrig Autogramme geben und die Wittenberger einladen, mit ihnen gemeinsam aufs Eis zu kommen und ein paar Runden zu drehen - eine Einladung, die viele Elbestädter gern annehmen.

Mitten im Gewusel muss eine junge Wittenbergerin den Überblick behalten: Ann-Christin Teidge. Mit Headset und Spickzettel bewaffnet führt sie durch das Programm, stellt die Eisläufer vor, berichtet aus deren sportlicher Karriere. Mindestens zwei Stunden täglich steht die Gymnasiastin zur Zeit nach der Schule bei Wind und Wetter an der Eisbahn. Ob Profisportler oder Hobby-Eisläufer, Berührungsängste kennt sie nicht. "Ich habe kein Lampenfieber", sagt die taffe junge Frau. Bereits von klein auf hat sie auf Familienfeiern Reden gehalten. "Irgendwann sollte ich dann die Weihnachtsgala an unserer Schule moderieren." Wie sie zur Moderation gekommen ist, weiß sie selber nicht genau: "Die Leute sprechen mich einfach an und fragen mich", sagt Ann-Christin schulterzuckend. "Vielleicht liegt es daran, dass man sich auf mich verlassen kann."

Dabei ist Moderieren nur eines ihrer Talente - auch im Sport fühlt sie sich zuhause. Den Kreisrekord im 200-Meter-Lauf hat sie bereits drei Mal gebrochen. Mehrmals die Woche trainiert sie beim ESV Wittenberge, nebenbei betreut sie den Leichtathletik-Nachwuchs. Und einmal wöchentlich kommt auch noch Gesangsunterricht dazu. Das alles macht sie neben der Schule. Dabei steht nächstes Jahr das Abitur an. Zu viel Stress? Fehlanzeige. "Ich strebe ein Abi von 1,5 oder 1,6 an", sagt Ann-Christin.

Danach will sie ihre Sportbegabung mit ihrem Redetalent verbinden. "Ich will Sport auf Lehramt studieren", erzählt sie. Die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung für das Studium hat sie bereits im Vorjahr absolviert und natürlich bestanden. "Das war mal wieder so eine spontane Aktion von mir", schmunzelt die Schülerin. Wo es nach der Hochschulausbildung hingehen soll, weiß sie auch schon: "Nach dem Studium würde ich sehr gerne wieder nach Wittenberge kommen.

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