Beseitigung von Hochwasserschäden : Elberadweg wird zur Baustelle

Sperrung: In Cumlosen kann der Deich teilweise nicht mehr befahren oder begangen werden. Fotos: Reik Anton
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Sperrung: In Cumlosen kann der Deich teilweise nicht mehr befahren oder begangen werden. Fotos: Reik Anton

Amt lässt Hochwasserschäden zwischen Wentdorf und Dömitz reparieren / Abschnittsweise muss der Weg gesperrt werden

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17. März 2016, 21:00 Uhr

Der beliebteste Radweg Deutschlands wird zum Auftakt der Urlaubssaison in der Prignitz nur eingeschränkt bzw. gar nicht nutzbar sein. Beginnend in Wentdorf, ist der Elberadweg Richtung Dömitz seit dieser Woche gesperrt. Das bestätigt das Amt Lenzen-Elbtalaue. Betroffen sind auch Fußgänger. Die Einschränkungen für Radfahrer sollen möglichst gering gehalten werden.

„Der Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten, die bis zum 3. Juni geplant sind“, sagt Amtsdirektor Harald Ziegeler. Beseitigt werden sollen Schäden vom Hochwasser im Juni 2013. „Die wassergebundene Decke ist auf dem ganzen Bereich bei der Deichverteidigung beschädigt worden, die Ränder sind ausgefahren“, sagt Ziegeler. Der Weg werde in voller Breite repariert.

Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt, so dass die Sperrung in Etappen aufgehoben werden könne. In der Wische, wo zum Auftakt nicht gearbeitet werde, sei der Weg beispielsweise noch offen.

Radfahrer werden umgeleitet, für sie sind bereits Schilder beginnend in Wittenberge aufgestellt. Frühere Baumaßnahmen hätten gezeigt, dass es nicht sinnvoll sei, Radtouristen mehrfach umzuleiten und immer wieder für ein kurzes Teilstück auf dem Deich zurückzuführen, so Ziegeler.

Wie strikt die Sperrung durchgesetzt werde, sei von der jeweiligen Situation abhängig. Gut möglich, dass sich im Gespräch mit den Bauarbeitern punktuell Kompromisse finden lassen, meint der Amtsdirektor. Zwei Firmen werden die Arbeiten auf vier Abschnitten durchführen. Ziegeler ist optimistisch, dass die angegebene Zeitspanne bis Juni unterboten werden könne.

Das dürfte gewiss im Interesse der touristischen Anbieter am Deich sein, denn die sind verstimmt. „Klamm heimlich wird der Elberadweg zum Beginn der Radtourismussaison auf einer Länge von rund 30 Kilometern voll gesperrt“, schreibt das Café Jaap in Lütkenwisch unserer Redaktion. Man sei davon völlig überrascht worden, wie auch die Touristinformation in Wittenberge.

Sie fühlen sich im Stich gelassen. „Niemand nimmt sich der existenziellen Probleme der Kleinunternehmer an, die durch solche Maßnahmen entstehen“, schreiben Jaaps. Sie hätten noch immer mit den Auswirkungen des Hochwassers 2013 zu kämpfen, und nun folge der nächste Schlag. Sie klammern sich an die Hoffnung, Verluste aufzufangen, und dass die Bauzeit kürzer als prognostiziert ausfällt.

Harald Ziegeler hat Verständnis für die Gewerbetreibenden, die ein Informationsschreiben erhalten würden. Das Amt hätte die Maßnahme gern früher umgesetzt, aber die Antragstellung sei kompliziert verlaufen, erst jetzt seien die Mittel aus dem Hochwasserfonds bewilligt worden. Das Landesamt für Umwelt habe seine Zustimmung gegeben und Anforderungen für die Umsetzung gestellt, ergänzt das Umweltministerium.

Der Tourismusverband Prignitz will Radtouristen früh und umfassend über das aktuelle Baugeschehen informieren, kündigt Geschäftsführer Uwe Neumann an. Voraussetzung dafür seien aber stetige Informationen seitens der Amtsverwaltung als Bauherr.

Zumindest der Auftakt hat nicht gut geklappt: „Wir haben erst am vergangenen Freitag vom konkreten Termin der Sperrung erfahren“, sagt Neumann. Da war die Internationale Tourismusmesse in Berlin schon drei Tage im Gange, im Mittelpunkt stand auch der Elberadweg. Grund war seine erneute Wahl zum beliebtesten Fernradweg in Deutschland.

Der Tourismusverband habe umgehend seine Partner über die Sperrung informiert. „Es ist wichtig, dass auch flussaufwärts gelegene Hotels und Pensionen davon erfahren, ihre Gäste informieren können, zum Beispiel über die Länge der Umleitung“, sagt Neumann. Im Gespräch mit dem Bauamt Lenzen seien vereinbart worden, dass nach der wöchentlichen Bauberatung eine aktuelle Info an den Verband geht. „Über unseren Mailverteiler können wir diese allen Partnern schicken und auf unsere Homepage stellen.“

Es sei gut, das der im Bau befindliche Abschnitt in der Wische noch befahren werden kann. Sobald die Arbeiten auf dem Abschnitt Cumlosen fertig seien, könnte der Weg bis Jagel wieder geöffnet werden, schlägt Neumann vor. Generell begrüßt er die Baumaßnahme: „Schäden werden beseitigt, die Qualität des Weges wird steigen. Das ist gut.“

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