zur Navigation springen

Wittenberge/Dömitz : Elberadweg liegt im Zeitplan

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauende für die zweite Juniwoche geplant / Frust bei Anwohnern / Suche nach dem richtigen Oberflächenmaterial

Die Sanierungsarbeiten auf dem Elberadweg zwischen Wittenberge und der mecklenburgischen Landesgrenze bei Dömitz, die durch die Deichbeschädigung beim Hochwasser 2013 nötig wurden und im März dieses Jahres begonnen haben, sollten eigentlich längst beendet sein (wir berichteten). „Bis Ende Mai wollen wir auf allen vier Abschnitten den Bau abschließen“, hatte Harald Ziegeler, Direktor des Amtes Lenzen-Elbtalaue, noch vor gut drei Wochen gegenüber unserer Zeitung geäußert.

„Da waren wir ein bisschen zu optimistisch“, gab Ziegeler nun zu, bekräftigte aber, dass man im Zeitplan liege. Denn die Bau- und Auftragszeit sei bis Anfang Juni beschrieben worden. Der oberste Verwaltungsbeamte des Amtes rechne nun, sollte es keine außergewöhnlichen Ereignisse geben, mit der Fertigstellung der Bauabschnitte in der zweiten Juniwoche.

Für Irritationen sorgte kürzlich eine Pressemitteilung des Landkreises, die die Verlängerung der Vollsperrung des Geh- und Radweges auf den betroffenen Teilstücken bis 30. Juni beinhaltete. „Dies ist eine reine Formalie bezogen auf eine verkehrsrechtliche Anordnung“, so Harald Ziegeler. Sie enthalte neben Anweisungen und Auflagen zur Verkehrssicherung für Arbeiten an oder neben einer Straße auch Angaben zur Dauer, der erforderlichen Beschilderung und Markierung.

Nicht nur Tourismusanbieter und Gewerbetreibende, auch Anwohner sind wegen der sich hinziehenden Sperrung des beliebtesten deutschen Radweges ungehalten. „Seit drei Wochen arbeitet hier keiner. Die Radtouristen sind stinksauer und laden den Frust bei uns ab. Das nervt ungemein“, sagte Alfred Pieschel aus Gaarz (Lenzerwische) und bemängelt zudem die fehlende Informationspolitik des Amtes. Den angestauten Frust unseres Lesers kann der Amtsdirektor jedoch nur bedingt nachvollziehen. „Das kann ich so nicht bestätigen. Es gab keinen Stillstand bei den Bauarbeiten“, entgegnet Ziegeler. An den vier Bauabschnitten arbeiten zwei Firmen und die können ja nicht gleichzeitig überall sein. Bezüglich der Informationen für die Anwohner des Elberadweges gab Harald Ziegeler aber Verbesserungsmöglichkeiten zu.

Doch warum verzögert sich der Abschluss der Bauarbeiten? Als einen Grund nannte der Amtsdirektor unter anderem die unterschiedliche Beschaffenheit der Deckschicht auf der gut 30 Kilometer langen Radwegstrecke des Amtes. Denn eine Asphaltierung, wie beispielsweise auf Abschnitten in der Lenzener Wische („Wir hätten auch gern überall einen bituminösen Ausbau gehabt.“ – Anm. Harald Ziegeler), wurde von den Umwelt- und Naturschutzbehörden abgelehnt. So wird auf den Teilstücken größtenteils eine wassergebundene Decke, ein Sand-Naturstein-Gemisch, das auf einen tragfähigen Unterbau aufgebracht wird, verwendet. Doch mit dem gelieferten und auf einigen Abschnitten probehalber aufgebrachten Gemisch war das Amt wegen der fehlenden Abriebfestigkeit nicht zufrieden. Nun scheint die Suche nach der richtigen Mischung für die wassergebundenen Decke gefunden zu sein.

Finanziert wird das 1,4 Millionen-Euro-Projekt auf dem Gebiet des Amtes Lenzen-Elbtalaue zu 100 Prozent aus dem Hochwasser-Hilfsfonds.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen