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Ehrenamtliches Projekt in Wittenberge : „Elbe“ fließt wieder im Schaugarten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach vielen Jahren ist der Wasserlauf nun wieder befüllt / Finanzierung ist Herausforderung für Tafel-Verein

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Nach gut fünf Jahren fließt sie wieder im Schaugarten „Alte Kläranlage“: Die Elbe. Es handelt sich zwar nur um ein Miniaturmodell des Originals auf der anderen Seite des Deichs, dennoch war gestern die Freude bei den Verantwortlichen groß. „Es war schon lange unser Anliegen, dass der Flusslauf wieder befüllt ist. Aber in den vergangenen Jahren war kein Geld da, um die löchrige Folie zu reparieren. Deswegen blieb der Wasserlauf trocken“, schilderte Marlies Müller, Vorsitzende des Sozialen Aktionsbündnisses Prignitz, das auch die Tafeln unterhält und eben den Schaugarten betreut.

Nur wenig entspannter ist die finanzielle Lage aktuell. Deswegen mussten die Verantwortlichen Zugeständnisse machen und die rund 300 Meter lange Originalstrecke um die Hälfte verkürzen. „Eine neue Folie für die ganzen 300 Meter hätte um die 10 000 Euro gekostet. Das können wir nicht stemmen“, sagte Marlies Müller. So schnappten sich Peter Kirmis, der als Ein-Euro-Jobber im Schaugarten tätig ist, und seine Kollegen ihr Werkzeug und flickten die löchrigen Stellen der übrigen 150 Meter. Auch das war nicht ohne finanziellen Aufwand zu machen. Etwa 800 Euro kostete die Reparatur, denn zum Beispiel musste ein bestimmter Kleber gekauft werden. Die „Elbe“ ist zwischen 80 Zentimetern und einem Meter tief. Peter Kirmis will in den kommenden Tagen auch einige Fische einsetzen. „Welche Arten, weiß ich aber noch nicht.“ Laut Marlies Müller hat Peter Kirmis einen maßgeblichen Anteil an der gelungenen Wieder-Bewässerung. Er sei die gute Seele im Schaugarten.

Ihm zur Seite stehen weitere sechs Ein-Euro-Jobber, davon sind drei Asylbewerber. Die anderen leisten unter anderem Sozialstunden ab. Bis vor Kurzem litt der Schaugarten unter Personalmangel. Denn die Flüchtlinge, die auf dem etwa drei Hektar großen Areal mitarbeiteten, wurden immer wieder abgezogen, weil beispielsweise ihr Deutschkurs begann. Der Schaugarten war somit eine Zwischen- und auch Wartestation für die Neuankömmlinge. Eine kontinuierliche Personalplanung war dadurch jedoch nicht möglich. (wir berichteten). Das Jobcenter ließ mit sich reden und bewilligte eine zusätzliche Stelle für den Schaugarten. „Das läuft auch gut. Wenn wir jetzt jemanden abgeben, bekommen wir gleich einen neuen Helfer. Jetzt hat uns eine Frau verlassen und wir bekommen einen Mann“, zog Marlies Müller ein positives erstes Fazit. Auch für das kommende Jahr wolle sie wieder zehn Stellen beim Jobcenter beantragen. Sie hofft, dass sie mit sieben Mitarbeitern in die neue Saison gehen kann. Die alte geht noch bis zum 17. November. Peter Kirmis will noch einige winterfeste Pflanzen einsetzen. Die werden gekauft oder kommen als Spenden von Bürgern. „Aber wir haben immer wieder mit Diebstahl zu kämpfen. In diesem Jahr hatten wir so bestimmt 300 bis 400 Euro Schaden“, überschlägt Kirmis.  

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