Sommerfest : Elbdörfer bitten zur Kaffeetafel

Hatte die Idee und hat mit ihrem Kaffeetisch gewonnen: Mechthild Lüders.
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Hatte die Idee und hat mit ihrem Kaffeetisch gewonnen: Mechthild Lüders.

Kreative Ideen und Köstlichkeiten: Zum Sommerfest kamen hunderte Besucher ins winzige Wallhöfe

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29. Juni 2015, 08:00 Uhr

Nein, sie wollen nicht unter sich bleiben. Das ginge auch gar nicht. Dafür sind die Sommerfeste der Wittenberger Elbdörfer viel zu beliebt. Hunderte Besucher kamen am Sonnabend mit dem Rad oder dem Auto ins winzige Wallhöfe. In den Garsedower Ortsteil hatten die Elbbewohner eingeladen.

Am Stand von Katrin Theek duftet es. Wer abends Gäste zur Cocktailparty erwartet, kann sich bei ihr noch fix Marokkanische oder Mojito-Minze kaufen. Auch Ananas-Salbei ist im Angebot. „Reibt an diesen Blättern“, ermuntert die Gärtnermeisterin. Ein intensives Zitronenaroma haftet an den Fingern. „Zitronenverbene, mein persönlicher Hit“, sagt sie. Tipps zum Überwintern und zur Pflege gibt’s gratis dazu. „Mich fasziniert die Vielfalt der Kräuter, ihre Einsatzmöglichkeiten als Heilkraut oder in der Küche“, erzählt Katrin Theek.

Äußerst Gesundes gießt Gabi Schönfeld in kleine Trinkbecher: grüne Smoothies. Die neuen Hits unter Anhängern der fleischlosen Kost sind wahre Vitaminbomben. Limette, Melone, Banane, Minze , Apfel – alles frisch gepresst. Auch Radieschen und Salat hat Gabi Schönfeld dabei. Es schmeckt, aber ist gewöhnungsbedürftig.

Wer es klassisch mag, geht weiter zu Heike Paasch. Ihre Bowlen sind der Renner auf jedem Sommerfest. Damit kann man anstoßen, sagt sich Christine Strutz und prostet ihrer Freundin Rosi Theek zu. Die hat heute ihren 74. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Gratulationen nimmt wenig später Mechthild Lüders entgegen. Sie lässt diverse wunderschön eingedeckte Kaffeetafeln von den Gästen bewerten. Knapp 400 beteiligen sich an der Wahl, spenden für ihre Favoriten bis zu drei Walnüsse. Am Ende gewinnt Tisch 1 – eingedeckt von Mechthild Lüders. Keine Mauschelei, denn die Besucher wissen nicht, wer welchen Tisch vorbereitet hat, aber die Idee dazu finden alle toll.

Doreen Jeske kann das Fest am wenigsten von allen genießen. Garsedows Ortsvorsteherin ist die Gastgeberin des Tages. Sie muss hier schauen, dort eine Frage beantworten und nimmt sich für alles und alle Zeit. „Wir legen in unseren Dörfern Wert auf die Gemeinschaft. Jeder unterstützt unser Sommerfest“, sagt sie und bedankt sich bei allen Aktiven, auch beim Landesumweltamt. Dieses führt durch das sanierte Schöpfwerk der Karthane. Das Interesse ist riesig, Projektleiter Robert Schmidt muss viele Fragen der Besucher beantworten.

Gefeiert wird bis in die Nacht hinein in Wallhöfe. Besser gesagt in Garsedow am Wall, wie es richtig heißen müsste, erklärt Heimatforscherin Helga Pfeil. Zwei Höfe gibt es noch. Auf dem grünen Hügel soll einst eine Burg gestanden haben. Sie galt aus Zufluchtsort, wenn die Elbe ihr Bett verließ. Der Sage nach führte von dort gar ein unterirdischer Geheimgang zur Alten Burg nach Wittenberge, die einst auf dem Veritasgelände stand, weiß Helga Pfeil. Sie schrieb zur 700-Jahr-Feier die Ortschronik von Garsedow.

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