Wittenberge : Elbbrücke: Kapitän am Bau beteiligt

Vor gut 30 Jahrenaufgenommen: Das Schubboot fährt unter einem montierten Segment der Eisenbahnbrücke hervor. Die alte Elbquerung mit den Rundbögen und die neue, flache verliefen direkt neben einander.
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Vor gut 30 Jahrenaufgenommen: Das Schubboot fährt unter einem montierten Segment der Eisenbahnbrücke hervor. Die alte Elbquerung mit den Rundbögen und die neue, flache verliefen direkt neben einander.

Frank Hummel – heute auf Flusskreuzfahrtschiffen zu Hause – erinnert sich an einen besonderen Einsatz auf der Elbe

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08. März 2018, 12:00 Uhr

Gut 30 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme steht für die Eisenbahnbrücke eine umfassende Sanierung mit Sperrungen an. „Ich war am Bau dieser Elbbrücke beteiligt“, meldete sich nach dem Bericht über die geplanten Arbeiten im „Prignitzer“ Frank Hummel in der Redaktion. Die Erinnerungen haben ihn eingeholt.

Heute ist Hummel Kapitän auf einem Flusskreuzfahrtschiff, trägt die entsprechend Eindruck machende dunkelblaue Uniform und die Verantwortung auf der „Amadeus-Symphony“. 1987 war Hummel auch schon Kapitän. „Mein Arbeitsplatz war aber auf dem Stromschubboot Nummer 2608, ich war dort 1. Schiffsführer, also Kapitän“, erzählt Hummel. Er ist heute Weisener, wohnte damals aber noch in der Wittenberger Packhofstraße, quasi mit Blick aufs Wasser, auf die langsam neben der alten Elbbrücke wachsenden neuen Querung und mit kurzem Weg zu seinem Arbeitsplatz auf dem Schubboot. Das gehörte zur Flotte des VEB Binnenreederei Berlin, die in Wittenberge neben der ehemaligen Wasserschutzpolizei eine Schifffahrtsstelle unterhielt. „Wir waren damals mit im Einsatz beim Brückenbau, haben das Montierender Segmente im Strombereich mit ermöglicht“, berichtet Hummel von diesen, wie er sagt, spannenden Einsätze, an die er sich gern erinnere, wie überhaupt an die Zeit auf dem Schubboot bei der Binnenreederei.

Wie Hummel erzählt, wurden die Segmente für die neue Eisenbahnbrücke damals auf altmärkischer Seite vormontiert und dann nach einander montiert, bis die Brücke das Wittenberger Ufer erreichte.

Als die Elbe erreicht war, kam das Schubboot zum Einsatz. „Auf den Schubleichter wurde ein Metallgestell montierte, auf dem das Segment lag, um für die Montage exakt in die richtige Position bugsiert zu werden“, so Hummel.

Dieses Einpassen vom Wasser aus habe meist einen ganzen Tag in Anspruch genommen. „Wir haben unsere Position im Strom bezogen und das zu montierende Brückensegment abgefangen. Dann haben wir von den Brückbauern – wenn ich mich nicht täusche, war es die Firma Stahlbau Dessau– die Kommandos bekommen: Noch weiter nach links, noch weiter nach rechts, jetzt Position halten.“ Wenn das Brückenteil exakt positioniert und montiert war, wurden die Laderäume geflutet „und wir konnten unter dem neu montierten Brückensegment rausfahren“, berichtet Hummel von diesem besonderen Einsatz. „Dass hat sich schon von unseren normalen Fahrten unterschieden. “ Obwohl auch das interessant war, „wenn wir beispielsweise mit einem bis zu 185 Meter langen Schubverband Richtung Magdeburg unterwegs waren“.

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