Teil des Bauwerks soll in Wismar ausgestellt werden : Eisenbahnbrücke wird prominent

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Norman Poschwatta ist Ingenieur. Und als solcher kann er sich besonders für Teile der Perleberger Bahnbrücke begeistern, deren Faszination sich dem Auge des normalen Betrachters nicht unbedingt erschließt.

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09. November 2010, 08:48 Uhr

Perleberg/Wismar | Norman Poschwatta ist Ingenieur, man könnte auch sagen: ein Technikfreak. Und als solcher kann er sich ganz besonders für Teile der Perleberger Bahnbrücke begeistern, deren Faszination sich dem Auge des normalen Betrachters nicht unbedingt erschließt. "Wir haben einen Teil der Eisenkonstruktion markieren lassen. Der wird, wenn alles klappt, in dieser Woche herausgelöst und soll ab 2012 als Exponat in Wismar zu sehen sein", blickt der technische Leiter des Technischen Landesmuseums von Mecklenburg-Vorpommern voraus. Konkret werde das Ausstellungsstück im "Phantechnikum" seinen Platz finden. Die neue Erlebniswelt soll aller Voraussicht nach im Frühjahr 2012 in der Hansestadt eröffnet werden.

Es handele sich um ein geschweißtes Großobjekt, klärt der Experte auf. Sehr deutlich könne man daran erkennen, mit welcher Fügetechnik die Brücke nach schweren Beschädigungen im zweiten Weltkrieg wieder ertüchtigt worden sei. "Da wurden Knotenbleche drangeschweißt, wurde mit ummanteltem Koppelzaun gearbeitet. Es ist einfach ein klassisches Stück deutscher Ingenieurbaukunst und es eignet sich sehr gut, um Schweißtechnik zu veranschaulichen", so Poschwatta. Unterstützt wird das Museum vom Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. (DVS). Der Verband stecke viel Geld in die Ausstellung, wirke zudem am "Phantechnikum" mit, erläutert Norman Poschwatta. Konkret beteiligt sich der DVS, der seine Zentrale in Düsseldorf hat, mit 250 000 Euro an diesem Projekt. Unter dem Schwerpunkt Feuer will er die Schweißtechnik sowohl mit seiner einmaligen Sammlung von über 1000 historischen Schweißgeräten, als auch mit Exponaten, darunter dem Perleberger Brückenteil, der Öffentlichkeit vorstellen.

Der DVS, so Norman Poschwatta, habe ein großes Netzwerk von Ehrenamtlern. Darüber lief dann auch die Information über die Demontage der Bahnbrücke in Perleberg. Und die sei schon etwas Besonderes, "denn wir schneiden nicht aus jeder alten Brücke Teile heraus", macht Posch watta deutlich.

Das Bauunternehmen Eurovia aus Berlin baute die Brücke gestern und vorgestern mit schwerer Technik komplett auseinander. "Die schwersten Teile bringen gut 30 Tonnen auf die Waage", sagte Polier Jörg Ulfig.

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