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Perleberg: Trauer um das Haustier : Einziger Tierfriedhof in der Region

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Problem: Ruhestätte Mitten im Wald lässt Kunstblumen und Umrandungen aus Plaste nicht zu, diese müssen entfernt werden

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Für viele sind Haustiere Familienmitglieder. Und wenn für jene ihr irdisches Dasein beendet ist, dann ist die Trauer groß. Doch nicht jeder hat Hof und Grundstück bzw. Garten, um den Vierbeiner oder gefiederten Freund zu begraben. Der Schmerz um den Verlust ist leichter zu ertragen, wenn man seinem Liebling einen Platz gibt, an dem man ihn ab und an besuchen kann, weiß Fred Poleska, Vorsitzender des Tierschutzvereins Prignitz e. V. „Die Frage nach einem Tierfriedhof hörten wir immer öfter“, erinnert er sich. 2004 wurde das Areal an der Industriestraße angelegt und wird bis heute sehr gut angenommen. Der Tierfriedhof ist übrigens der einzige im Landkreis Prignitz.

An die 120 Tiere, Hunde, Katzen, ja selbst Vögel, Hamster und eine Maus wurden hier schon begraben. Ihre ehemaligen Besitzer pflegen die Gräber, halten sie eigenständig in Ordnung. So sollte es sein, doch vielfach werde dabei vergessen, dass es sich um einen Waldfriedhof handelt, die Stadt „und auch wir als Verein darauf bedacht sind, diesen Charakter auch zu erhalten“, betont Fred Poleska.

Natur, sprich frisches Grün und dergleichen sei gewünscht, aber eben keine Kunstblumen oder Umzäunungen aus Plaste. Und das ist auch in der Ordnung festgeschrieben, die eingangs des Tierfriedhofes zu lesen ist.

Zwölf Jahre haben natürlich auch Spuren hinterlassen. Die hölzerne Umzäunung des Tierfriedhofes war teilweise marode oder eben auch nicht mehr richtig standfest. „Die finanzielle Zuwendung der Linken in Höhe von 700 Euro aus dem Glühweinverkauf auf dem Weihnachtsmarkt war für uns da natürlich ein wahrer Segen“, gesteht der Vereinsvorsitzende. So konnte man die Lebenshilfe engagieren, die den Zaun erneuerte. Das Holz dafür kam übrigens aus dem Stadtforst, der es zur Verfügung gestellt hat. Dabei handelt es sich um Robinie – Holz, das weitaus widerstandsfähiger sei.

Und auch noch Geld für das Katzenhaus sei übrig. „Das ist dringend sanierungsbedürftig und wird eben auch benötigt“, betont Fred Poleska. Denn die Zahl streunender Katzen in der Stadt, die niemandem gehören, habe nicht abgenommen. Sie werden eingefangen, kastriert und sollen sich, bis sie wieder freigelassen werden, im Katzenhaus erholen. In diesem Zusammenhang verweist der Vereinsvorsitzende auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die insbesondere auch die Kosten für die Kastrationen übernehme. „Für uns als Verein eine enorme finanzielle Entlastung“, betont Fred Poleska. Durchschnittlich sind es 100 freilaufende Katzen, die über den Verein kastriert werden.

Auch die Futterstellen in der Stadt werden von den Vereinsmitgliedern betreut. „Wichtig ist da für uns, dass sichtbar Futterboxen in Märkten für uns aufgestellt werden. Im Phillips dürfen wir das, wünschenswert wären natürlich noch mehr Märkte.“

52 Mitglieder zählt der Tierschutzverein und er teile das Schicksal vieler Vereine: „Wir sind fast alle mit dem Verein alt geworden, uns fehlt der Nachwuchs“, resümiert Fred Poleska. Um so glücklicher sei man, dass jetzt zwei junge Frauen dazu gestoßen sind. „Auf mehrere Schultern verteilt, lasse sich vieles einfacher regeln und manches mehr bewältigen“.

 

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