zur Navigation springen

Kirche in Mödlich : Einzigartige Särge werden gerettet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Kirche Mödlich werden die Ruhestätten von Admiral Gijsels van Lier und seiner Tochter Clara von Merretich restauriert

Sie sind einzigartig und stark in Mitleidenschaft gezogen: die jahrhundertealten Särge des Amtmanns Admiral Gijsels van Lier (1593 bis 1676) und seiner Tochter Clara von Merretich in der Kirche in Mödlich. Nun macht sich die studierte Restauratorin Annett Xenia Schulz daran, die Stücke zu restaurieren. „Das Besondere sind die Inschriften, die die Särge tragen und ihr guter Zustand. Das ist in der Form schon einmalig“, sagte Schulz sichtlich begeistert.

Seit Montag arbeitet sie in der Kirche an den Särgen. „Ich habe mich zunächst auf den Farbbefund und die Art des Farbauftrags konzentriert. Den Teil einer Sargseite bei Gijsels van Lier habe ich mit einem natürlichen Tensid schon gereinigt, und nun ist das Wappen besser zu erkennen“, schilderte Schulz. Laut der Expertin glaubten die Menschen des Barock an die Wiederauferstehung. „Deswegen sollten die Särge möglichst hübsch sein. Die Wappen der Ur- und Großeltern dienten als Nachweis für die adlige Herkunft des Verstorbenen.“ So sollte sichergestellt werden, dass der Verblichene im Himmel nicht an den falschen Platz geriet.

Annett Xenia Schulz verwendet bei ihrer Arbeit vorrangig natürliche Mittel. Und sie wollte eines klarstellen: „Die Eichenholzsärge werden von mir nicht neu bemalt. Die Gestaltung bleibt, wie sie ist. Wir wollen das erhalten, was noch da ist und vereinzelt nachbessern.“ Das gilt auch für die Korpusse selbst. Mit Bedacht wird Tischlermeister Hans-Georg Wulff aus Seetz nur punktuell Holzelemente austauschen. Grundsätzlich ist der Sarg von Clara von Merretich in einem schlechteren Zustand als der ihres Vaters. Das liege laut Annett Xenia Schulz auch an einer schlechteren handwerklichen Leistung bei der Anfertigung. Beide Särge sind leer, die Toten wurden schon vor Jahren auf dem Friedhof beigesetzt. 14 500 Euro kostet die Restaurierung der jeweils etwa 400 Kilogramm schweren Särge. Gestemmt wird die Summe hauptsächlich von der Kirchengemeinde, der die Särge gehören. Dazu kommen Mittel des Kirchenkreises, der Gemeinde Lenzerwische und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Im September oder Oktober sollen die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein. Dann können die Särge den Kirchenbesuchern präsentiert werden.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen