Einwohner protestieren gegen Tagebau-Erweiterungen

Foto: dpa
Foto: dpa

svz.de von
07. Januar 2013, 10:53 Uhr

Kerkwitz | Mit einem Sternmarsch haben Einwohner aus der Lausitz gestern gegen Tagebaupläne des Energiekonzerns Vattenfall und für den Erhalt ihrer Gemeinden demonstriert. Aus den bedrohten Dörfern Grabko, Kerkwitz und Atterwasch zogen nach Veranstalterangaben rund 800 Bürger zu einer Kundgebung nördlich von Kerkow (Spree-Neiße). Diese drei Orte sollen der Erweiterung des Tagebaus Jänschwalde-Nord weichen.

Die Demonstranten forderten die Landesregierung auf, das Planverfahren sofort zu beenden. "Es gibt keine energiepolitische Notwendigkeit für den Tagebau", sagte Silvia Borkenhagen von der Agenda 21. Die Initiative kämpft mit Partnern seit Jahren gegen die Ausweitung des Braunkohle-Abbaus in der Lausitz. Vattenfall will dort zunächst drei Tagebaue - zwei in Brandenburg und einen in Sachsen - erweitern.

Die Dorfbewohner ließen sich beim ersten Protest im neuen Jahr nicht vom starken Regen abhalten. Aus drei Richtungen zogen sie mit Plakaten zum Treffpunkt. Auf einem Schild stand: "Seine Heimat lässt man sich nicht abkaufen. Seine Heimat verteidigt man." Borkenhagen sagte: "Vattenfall und die Landesregierung in Potsdam müssen aufhören, auf unsere Kosten zu spekulieren."

Zu dem sechsten Sternmarsch hatten die Ortsvorsteher der bedrohten Gemeinden aufgerufen. Er findet seit 2008 stets am ersten Sonntag im Januar statt.

Die Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen, Sabine Niels, sagte am Rande der Veranstaltung: "Unser Gemeinwohl hängt in der Zukunft nicht mehr an der Kohleverstromung." Laut einem Gutachten seien neue Tagebaue für die Energieversorgung von Berlin und Brandenburg ab 2030 nicht mehr nötig.

Der Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (Linke) teilte mit, Gegner und Befürworter der Abbaggerung sollten miteinander kommunizieren. Dieser Konflikt in der Lausitz könne nur im Miteinander gelöst werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen