Widerstand gegen Biogas-Belästigungen wächst : Einwohner bekunden Unmut zu Biogasanlage

Protest in Helle: Hier kreuzen sich nicht nur drei überregionale, touristische Radwege, sondern auch  die Wege der schweren Lkw-Transporte zu drei Biogasanlagen.
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Protest in Helle: Hier kreuzen sich nicht nur drei überregionale, touristische Radwege, sondern auch die Wege der schweren Lkw-Transporte zu drei Biogasanlagen.

Bürgerinitiative trug Probleme in der Gemeindevertretersitzung vor

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07. März 2014, 22:00 Uhr

Gegen die Energiegewinnung aus Biogas sind sie nicht – wohl aber gegen große, industrielle Biogasanlagen, die direkt vor der Nase von Anwohnern stehen. Das machte am Donnerstagabend Jutta Röder von der Bürgerinitiative „Stopp für Biogas Neudorf“ in der Groß Pankower Gemeindevertretung deutlich. In der Initiative haben sich vor kurzem Bürger aus Neudorf, Groß und Klein Langerwisch sowie Helle zusammengeschlossen.

Hans-Ulrich Rath aus Groß Langerwisch machte darauf aufmerksam, dass genau die Anlagen, die eigentlich die Ressourcen schonen sollen, die Umwelt verschandeln und der Straßenzustand aufgrund des hohen Lkw-Aufkommens vielerorts inzwischen äußerst desolat sei. „Vor ein paar Jahren konnten gerade wir hier besonders stolz auf unser sauberes Wasser und die gute Luft sein – davon sind wir inzwischen meilenweit entfernt“, fasste es der Groß Langerwischer in der Einwohnerfragestunde zusammen. Röder und Rath fragen, wo das Schutzgut Mensch geblieben sei und wie es speziell in Helle weitergehen soll: „Wir werden regelrecht kaputt gefahren im Dreieck der großen Biogasanlagen Neudorf, Wolfshagen und Putlitz“, bringt es Jutta Röder auf den Punkt und weist auch auf Helles besondere Lage als Knotenpunkt dreier Radwege hin.

Bauamtsleiter Halldor Lugowski erläuterte vor diesem Hintergrund, dass die Gemeindeverwaltung weder die genehmigende noch die kontrollierende Behörde für derlei Anlagen sei. Er stellte zugleich in Aussicht, dass sich die Verwaltung darum kümmern werde, die betroffenen Bürger mit Vertretern der verschiedenen Entscheidungsebenen sowie Betreibern von Anlagen an einen Tisch zu holen. Er informierte in diesem Zusammenhang auch darüber, dass die Sanierungsarbeiten an der hier verlaufenden Kreisstraße in diesem Jahr beginnen sollen. Überdies erinnerte er daran, dass die Gemeindevertretung bereits die Aufstellung der 1. Änderung zum Bebauungsplan Neudorf „Sondergebiet Landwirtschaft und Energiegewinnung“ beschlossen habe. Im Rahmen dieses Planungsprozederes sei es möglich, dass z. B. Gutachten neu bewertet würden, außerdem erfolge ein nochmaliges Beteiligungsverfahren. Darüber hinaus, so Lugowski, sollen jetzt nahe der Neudorfer Anlage, die an ein Landschafts- und ein europäisches Vogelschutzgebiet grenzt, Pegelmessbrunnen gesetzt werden, um die Wasserqualität im nahen Umfeld aktuell kontrollieren zu können. Zu klären sei speziell für Klein Langerwisch, wo der „Radleroase“ der Gastronomie- und Beherbergungsbetrieb aufgrund mangelnder Trinkwasserqualität untersagt wurde, inwieweit der Anschluss ans Wasserwerk Pritzwalk realisiert werden könne, der technisch möglich, allerdings kostenaufwändig sei.

Besorgte Nachfragen kamen am Donnerstagabend auch von Einwohnern aus Wolfshagen. Hier fasste das Parlament mehrheitlich den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zur 1. Änderung des Bebauungsplanes „Biogas Wolfshagen“. Die Modifizierung bezieht sich in diesem Fall auf die Höhe der Bebauung für die geplante Gasreinigungsanlage. Sie wird benötigt, um Biogas ins Erdgasnetz einspeisen zu können.

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