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Aufräumarbeiten um Kirche : Einsatz mit Motorsäge und Besen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Quitzower bringen Areal rund um ihre Kirche wieder auf Vordermann und machen Großreine im Gotteshaus

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 05:00 Uhr

„Da kommt Freude auf“, gesteht Pfarrer Valentin Kwaschik angesichts der vielen Helfer, die in und rund um die Quitzower Kirche anpacken. „Da sieht man, was Gemeinde ist.“

Seit sich im Dorf niemand mehr fand, der die Kirchgemeinde vertritt, sprich es keinen Gemeindekirchenrat mehr gibt, ist es nicht nur merklich still um diese geworden. Auch das Anwesen war alles andere als sauber und ordentlich und stand so auch auf der Einwohnerversammlung immer wieder in der Kritik. Hildegard Neumann und ihr Mann sowie Christel Koppitz kümmerten sich darum, dass zumindest im Innern des Gotteshauses nicht alles dem Selbstlauf überlassen blieb. „Doch das letzte halbe Jahr waren wir die Einzigen“, erzählt Hildegard Neumann sichtlich davon angetan, dass jetzt so viele gekommen sind.

„Wir schreien nicht danach, dass die Kirche hier ’was tut oder die Stadt, wir packen einfach selbst an“, betont Ortsvorsteher Armin Schwarz. Die Kirche stehe nicht nur mitten im Dorf, sie gehöre zum Dorf. So wurde am Tag des Denkmals, als im Gotteshaus ein Konzert stattfand, nicht nur die Idee von einem Adventsstern geboren, sondern auch von einem gemeinsamen Arbeitseinsatz, berichtet der Pfarrer. Und während der Ortsvorsteher etliche Quitzower persönlich ansprach, wurde das Vorhaben auch im Gemeindebrief veröffentlicht.

Mit um die 20 tatkräftigen Helfern hat Armin Schwarz gerechnet, gekommen sind aber weitaus mehr. Und sie bringen gleich mit, was zum Saubermachen und Aufräumen gebraucht wird. Denn Sturm Xavier hatte für noch mehr Arbeit gesorgt, als ohnehin schon anstand.

Während das Dach des Pfarrhauses, das alsbald saniert werden muss, nichts abbekam, holte der Sturm etliche Ziegel aber vom Dach des Kirchenschiffes, das erst im Jahre 2010 neu gedeckt wurde. Klaus-Dieter Graf, der Baubeauftragte der Kirchgemeinde, hat umgehend für eine Notsicherung des Gotteshauses gesorgt. „Und wir räumen jetzt auf“, ergänzt Armin Schwarz. Michael Guhl ist gleich mit Trecker und Hänger gekommen. Andere haben ihre Motorsägen und diverses Handwerkszeug mitgebracht. Auch die Agrargenossenschaft Quitzow unterstützt die Aktion mit Technik. Denn auch ein großer Nadelbaum muss runtergenommen werden. „Der Sturm hat die Krone komplett abgebrochen, der Baum ist dadurch in seiner Standsicherheit und Vitalität stark geschädigt“, erläutert ein Quitzower und wirft die Motorsäge an.

Im Innern der Kirche nehmen Frauen des Dorfes das Geschehen in die Hand. Es wird geputzt, gefegt und im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Staub aufgewirbelt. „Es tat wirklich dringend Not“, gesteht Doris Jura. Derweil wird der Altar vorbereitet für den Erntedankgottesdienst. „Der Korb Äpfel ist aus dem Pfarrgarten. Jeder kann sich bedienen“, lädt Valentin Kwaschik zum Zugreifen ein. „Und wenn die Arbeit getan ist, gibt es Bockwurst für alle“, ergänzt der Ortsvorsteher.

Am 15. November findet die Gemeindeversammlung statt. „Ich hoffe, dass der Schwung des heutigen Tages da weitergetragen wird, dort eine Entscheidung gefällt wird, wo soll es in der Gemeinde hingehen“, so der Pfarrer abschließend.

 

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