Einsatz mit Holzrohr und Spaten

Zwei Studentinnen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde betrachten Lebenshilfegärtnerei mit wissenschaftlichem Blick

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16. Mai 2017, 11:52 Uhr

Samantha Schaps ist 22 Jahre jung und kommt aus Hamburg. Viktoria Egels ist 21 und in der Nähe von Düsseldorf zuhause. Beide studieren Ökologischen Landbau und Vermarktung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE). Immer freitags oder jetzt auch mal für drei Tage am Stück verschlägt es sie in die Prignitz. In der Gärtnerei der Lebenshilfe machen sie sich mit Spaten und geschlitztem Holzrohr im Boden zu schaffen. „Wir entnehmen Proben, um diese dann im Labor auf den Nährstoffgehalt zu analysieren. Und wir schauen uns eben auch das Gefüge im Boden an, um zu erfahren, wie es sich auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Dafür brauchen wird den Spaten“, erläutert fachmännisch Samantha und muss selbst darüber lächeln. Denn die Frage: „Was macht ihr hier“, mussten die beiden inzwischen täglich recht oft beantworten. „Die Mitarbeiter hier interessiert es, wenn zwei da buddeln oder mit einem Holzstab in der Erde bohren“, fügt Viktoria schmunzelnd an, und gesteht, vor Jahr und Tag habe auch sie damit nichts anfangen können. In der Schulzeit habe sie ein dreiwöchiges Praktikum in der Landwirtschaft absolviert und war alles andere als davon begeistert. Sie sei dann über die Ernährungsschiene auf dieses Studium gekommen.

Bei Samantha war es Liebe auf den ersten Blick, denn das Schulpraktikum auf einem Hof habe ihr riesigen Spaß gemacht, so dass für sie feststand: „In die Richtung wird es für mich beruflich gehen.“

Als Daniela Dörfel, Projektbetreuerin im Lebenshilfe Prignitz e. V., vom Projekt der HNEE erfuhr und, dass dafür Partner in der Praxis gesucht werden, rief sie sprichwörtlich wieder „hier“. Und da sind sie, die beiden Studentinnen des zweiten Semesters Ökologischer Landbau. Tageweise wechseln sie vom Hörsaal in die Gärtnerei, von Eberswalde nach Perleberg und damit in die Prignitz, die beide bis dato noch nicht auf dem Schirm hatten. „Dafür aber jetzt“, ergänzt lachend Samantha. Zumindest Wittenberge hätten sie schon mal gesehen und sind auch bereits durch Perleberg gebummelt.

Dann rief aber schon wieder die Arbeit, denn schließlich soll am Ende als Belegarbeit ein Nachschlagewerk mit Pflanz- und Düngeempfehlungen für die Gärtnerei herauskommen.

Je besser der Boden, um so besser die Lebensmittel, die darauf gedeihen, bringt es Viktoria auf einen kurzen Nenner. Jener in der Gärtnerei der Lebenshilfe sei noch durch die letzte Eiszeit geprägt, weise Kies, Sand und Lehm, aber eben keinen Ton, der das Wasser speichert, auf, und sei so nicht überaus fruchtbar. Keine intensive Landwirtschaft und ein wenig verdichteter Boden, da man hier nicht mit Großgeräten arbeite, machen aber einiges wett.

„Für uns ist diese wissenschaftliche Begleitung Gold wert“, betont Daniela Dörfel. Selbst sei man dazu nicht in der Lage und habe auch nicht die Zeit. Denn Hauptaufgabe sei die Betreuung der Menschen, die hier arbeiten. Man wolle aber auch in Richtung naturnahen Anbau, „weil der Verbraucher es so möchte“, unterstreicht die Projektleiterin. Und so wird das fünfte Projekt sicher nicht das letzte sein, das man gemeinsam mit der HNEE durchführe.

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