Radtour auf der A 14 : Einmalig: Radeln auf der Autobahn

Der breiteste Radweg der Prignitz: Auf der A 14 bei Karstädt gab es am Sonntag eine geführte Radtour.
Der breiteste Radweg der Prignitz: Auf der A 14 bei Karstädt gab es am Sonntag eine geführte Radtour.

Mehr als 100 Interessierte nahmen die Einladung der Gemeinde Karstädt an - Projektleiter informierte über den Bau

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31. August 2015, 22:00 Uhr

Mit dem Fahrrad auf der Autobahn radeln, Auskünfte von einem Fachmann zum aktuellen Baugeschehen erhalten und das Ganze bei Kaffee und Kuchen bzw. Bratwurst ausklingen lassen. All das war am Sonntag bei der traditionellen Radtour der Gemeinde Karstädt möglich. Mehr als 100 Radfahrer nicht nur aus dem Gemeindegebiet, sondern der gesamten Prignitz, machten von diesem Tourangebot Gebrauch.

„Wir fahren sonst viel über die Elbdörfer, aber einmal mit dem Rad über die Autobahn fahren, ist schon was Besonderes“, meinten Harald und Ilse Kuhlenkamp aus Bad Wilsnack, Mitglieder der Fahrradgruppe „Krumme Speiche“. „Auch wir sind leidenschaftliche Radfahrer, sind täglich mit dem Rad unterwegs und wollten mal auf der Autobahn fahren. Zugleich hoffen wir, dass die A 14 bald in Wittenberge weitergebaut wird“, betonten die Elbestädter Wilfried und Elke Klinkradt.

„Zur Strecke nach Süden sind noch Fragen offen. Wir denken aber, dass 2016 die Planfeststellung für den Abschnitt Wittenberge-Karstädt erfolgen kann“ erklärte Holger Behrmann, Abteilungsleiter der Deges und zuständig für den A 14-Bau auf brandenburgischem Gebiet.

Im jetzigen Abschnitt Karstädt-Groß Warnow liege man „vollkommen“ im Plan. „So wurde der Termin gehalten, bis zum 15. Mai den Betonoberbau, 27 Zentimeter stark, auf der rund elf Kilometer langen Strecke aufzubringen. Was noch fehlt, ist die Ausstattung mit Schutzplanken und Markierungen. Rest- und Nebenarbeiten werden 2016 erledigt“, so Behrmann.

Damit dürfte der Verkehrsfreigabe im Dezember 2015 nichts im Wege stehen. „Auf jeden Fall sind Sie zu diesem Termin herzlich eingeladen“, wandte sich Behrmann an seine Gäste. Freigegeben werden soll im Dezember auch das A 14-Teilstück Ludwigslust bis zum A 24-Kreuz Schwerin. Ende 2017 heiße es schließlich freie Fahrt von Karstädt bis Wismar, dann sollte das fehlende Teilstück Groß Warnow-Ludwigslust fertig sein, meinte der Deges-Mitarbeiter.

Die Straßenunterhaltung der brandenburgischen A 14-Teilstücke übernehmen übrigens aus logistischen Gründen die Autobahnmeistereien Mecklenburg-Vorpommern bzw. Sachsen-Anhalt.
Der Abschnitt Karstädt-Groß Warnow sei keine besonders komplizierte Baustelle, so Behrmann, liege jedoch im Vogelschutzgebiet und habe hohe Naturschutzauflagen. So haben sechs der insgesamt 17 Bauwerke naturschutzfachliche Hintergründe. Neben der großen Grünbrücke über die A 14 und B 5 mit einer ökologisch wirksamen Nutzbreite von 50 Metern entstehen auch drei Grünspangen als Kombination von Wirtschaftsweg und Grünstreifen (Breite 20 Meter). Zudem werden Überflugschutzhilfen und Kollisionsschutzwände installiert.

Die A 14-Radtour verlief übrigens nicht ohne Hindernisse. Unterwegs setzten Regen und Gewitter ein. Bevor die Radler eine schützende Brücke zum Unterstellen erreichten, waren viele Pedalritter, die keine ausreichende Regenbekleidung dabei hatten, zumindest teilweise „durchgeweicht“. Anschließender Sonnenschein ließ die Kleidung aber schnell wieder trocknen.

Vorbildliche Hilfe leistete die Freiwillige Feuerwehr Garlin bei mehreren Pannenschäden bzw. bei der Absicherung der B 5-Querung für die gut 100 Radler. Außerdem nahm Holger Behrmann eine Radlerin samt Pannenrad in seinem Transporter nach Karstädt zurück. „Herzlichen Dank sagen wir ebenso den fleißigen Muttis von Jugendfeuerwehr-Jungen und -Mädchen, die in Garlin einen Wettkampf absolvierten und den Prignitzer Landfrauen für das Kuchenbacken“, unterstrich Bauamtsleiter Christian Gadow als Hauptorganisator der Radtour.

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