Einmal Eisbahn - wieder Eisbahn?

<strong>Zu moderaten Preisen</strong> Schlittschuhlaufen, das machte in der Bahnstraße vielen Spaß. <foto>Felix Alex</foto>
Zu moderaten Preisen Schlittschuhlaufen, das machte in der Bahnstraße vielen Spaß. Felix Alex

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10. Januar 2013, 10:50 Uhr

Wittenberge | Den Stadtwerken sei Dank. Wittenberge hat im November und Dezember für vier Wochen eine wunderbare Eiszeit erlebt. Das kommunale Versorgungsunternehmen feierte im vergangenen Jahr seinen 20. Geburtstag und verzichtete auf große Feierlichkeiten mit Büfett, Programm und mit kostspieligen Extras. Stattdessen finanzierten die Stadtwerke die Kunsteisbahn, die in der Bahnstraße direkt vor dem Kulturhaus vom 11. November bis zum 9. Dezember zu eisigem Vergnügen einlud. Viele Wittenberger und Auswärtige nutzten diese Gelegenheit, zumal die Eintrittspreise äußerst moderat waren.

Derartige Vergnügung provoziert die Frage nach einer Wiederholung im nächsten Jahr. Was liegt näher, als die Geschäftsführerin der Stadtwerke, Eveline Geisler, zu fragen. Ihre Antwort ist eindeutig: "Wir als Stadtwerke haben die Eisbahn zu unserem 20-jährigen Bestehen für unsere Kunden und Partner organisiert und als Mitarbeiter, und das betrifft alle hier im Unternehmen, sehr viel Kraft in dieses Projekt investiert. Deshalb sind wir auch sehr glücklich, dass es eine so wunderbare Sache war." Allerdings hätten die Stadtwerke "nie vorgehabt, ein Zeichen für zukünftige Jahre zu setzen". Es sollte ein einmaliges Erlebnis bleiben, sagt Geisler und beruft sich auch auf die Tatsache, dass die Eiszeit ja auch "durch die vielen Programmpunkte " erst so eindrucksvoll wurde. Das sei mit einer Wiederholung im nächsten Jahr sicher nicht zu toppen.

Gern seien die Stadtwerke aber bereit, sagt die Geschäftsführerin, Wissen und Erfahrungen mit einzubringen, wenn es wieder eine Kunsteisbahn in der Stadt geben sollte, bietet Eveline Geisler an.

Dass eine solche Bahn ein sich jährlich wiederholendes Wintervergnügen sein kann, beweist die benachbarte Kreisstadt Parchim. Dort amüsierte sich Groß und Klein auf Schlittschuhen vom 30. November bis zum 4. Januar bei der 10. Eiszeit in Folge. Die Preise dort sind denen hier in Wittenberge sehr ähnlich.

Auf die "Prignitzer"-Frage: "Wie funktioniert das bei Ihnen?", antwortet Joachim Starck als Netzbereichsleiter in den Stadtwerken Parchim. Denn die Fäden für das Eisvergnügen laufen in dem Versorgungsbetrieb zusammen. Finanziert wird die mobile Eisbahn nach den Worten von Stark über das Sponsoring von regionalen Firmen wie beispielsweise örtlichen Handwerksunternehmen und auch Ingenieurbüros. Den finanziellen Rest würden laut Stark die Parchimer Stadtwerke übernehmen. Zu den Kosten insgesamt wollte Stark nichts sagen. Auch die Stadtwerke Wittenberge äußern sich zur Summe nicht.

Für den Interessenring steht ohne Frage fest, "dass wir als Verein ein derartiges Vorhaben finanziell nicht stemmen können". Das sagt Mitarbeiterin Sybille Jürgens. Der WIR sieht die Kunsteisbahn auch eher als ein einmaliges Angebot, kündigt aber an, dass die Vereinigung der Händler und Gewerbetreibenden ihr "Weihnachtsmarktprogramm puschen wird".

"Hut ab vor der Leistung, die die Stadtwerke mit ihrer Eisbahn und dem tollen Programm rundherum" gebracht haben, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann mit Blick auf das eisige Innenstadtvergnügen. "Es war ein toller Erfolg." Er wisse aber auch, so das Stadtoberhaupt, dass die Stadtwerke "mit ihrem Krafteinsatz an die Grenze des Machbaren gingen". Auch vor diesem Hintergrund "müssen wir mit allen Beteiligten erst einmal eine gründliche Auswertung vornehmen, bevor gesagt werden kann, ob, in welcher Form und in welchem Rhythmus es wieder eine Kunsteisbahn geben wird". Wichtig für die Innenstadt sei auf jeden Fall, so das Stadtoberhaupt, dass die Belebung der Bahnstraße, zu der ja wesentlich auch die Wiedereröffnung des Kaufhauses beitrug, in der Zukunft anhält, sich verstetig. Das bedürfe der Anstrengungen von vielen Seiten.

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