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Landratswahl : Einigkeit in wesentlichen Punkten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Erstes Aufeinandertreffen der Kandidaten verlief ohne Überraschung / Hochwasserschutz, Bildung, Wirtschaft sind Kernthemen

Es war das erste direkte Aufeinandertreffen der Landratskandidaten Andreas Giske, Uwe Michael Neumann und Torsten Uhe. Für Dienstagabend hatten die Wirtschaftsjunioren Prignitz nach Perleberg zu einer Diskussionsrunde eingeladen und es dauerte knapp zwei Stunden, bis die ersten relevanten Unterschiede zwischen den Kandidaten sichtbar wurden. Zum Ende der Veranstaltung sollte jeder seine drei Prioritäten für die ersten Amtsjahre benennen.

Andreas Giske sagte: „Bildung, den Kreis fit für die Zukunft machen, die Wirtschaftsentwicklung im Blick behalten.“ Für Neumann sind prioritär: „Erhalt des Kreises in seiner jetzigen Form, Infrastruktur in den Bereichen Straße, Wasser und Internet ausbauen, Außendarstellung verbessern.“ Für Uhe steht im Vordergrund: „Wirtschaft stärken, die A 14 realisieren, vollständiger Hochwasserschutz für alle Prignitzer.“

In den zuvor angesprochen Punkten herrschte weitgehend Einigkeit in der Männerrunde. Wie erwartet befürwortet keiner eine Kreisgebietsreform, niemand will auf die A 14 verzichten. Da alle Kandidaten zu allen Fragen und Themen Stellung bezogen, war meistens der erste Redner im Vorteil. Die zwei anderen bezogen sich auf dessen Aussagen, stimmten zu oder ergänzten.

Angesprochen auf die von unabhängigen Instituten immer wieder bescheinigten schlechten Zukunftsprognosen des Kreises, widersprachen die Kandidaten. Die Lage zwischen Hamburg und Berlin sei ein Vorteil. „Die Jugend hat Chancen, wir haben schon jetzt 255 offene Ausbildungsstellen, wir haben preiswertes Bauland für junge Familien“, sagte Torsten Uhe.

Andreas Giske sprach von einer „fantastischen Bildung vor Ort“ und schlug vor, Schüler und Betriebe noch früher aneinander zu binden. Schon vor dem Studium müsse dem Absolventen eine Arbeitsmöglichkeit angeboten werden. Rückkehrwillige sollten individuell unterstützt werden. Uwe Michael Neumann ist überzeugt, dass der Schiffverkehr auf der Elbe zunehmen wird, davon der Kreis profitiert.

Auf den Einwand eines Bürgers zu oft fehlenden Tariflöhnen in der Region gingen sie alle ein. Ein gutes Lohnniveau sei mit das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung für eine Arbeitsstelle, stimmten sie zu und räumten zugleich ein, dass ein Landrat darauf keinen direkten Einfluss habe. Die Unternehmen müssten und werden von allein reagieren, weil es künftig zu wenig Arbeitskräfte geben werde, zeigten sie sich überzeugt. Fördermittel an Tariflöhne zu koppeln, sei nur bedingt möglich und gilt derzeit bereits für öffentliche Aufträge.

Finanziell sei der Kreis auf dem Weg der Konsolidierung. Uhe will die Kreisumlage von 48 Prozent über mehrere Jahre beibehalten, Neumann sieht zusätzliche Einnahmen nur durch mehr Einwohner, mehr Betriebe. Uhe erklärte, dass ein Großteil der Kosten durch vom Land und Bund auferlegte Pflichtaufgaben entsteht, aber er dafür nicht genügend Mittel bekomme. Dass müsse verändert werden, forderte er. Und Giske sieht hier auch das Land in der Pflicht, Geld vom Bund an die Kommunen wirklich weiter zu geben. Das sei in der Vergangenheit nicht immer erfolgt.

Zurück zur Kreisgebietsreform. Nüchtern betrachtet stehe sie nach den jüngsten Äußerungen der Landesregierung nur im Raum, so Uhe. Sollte sie kommen und dem Kreis Nachteile bringen, werde er vors Verfassungsgericht ziehen.

Giske und Neumann halten die jüngsten Äußerungen des Ministerpräsidenten dazu für ein Wahlmanöver, um das unbeliebte Thema zunächst vom Tisch zu haben. Dass die Reform komme, stehe für sie außer Zweifel. Dann müsse im Vorfeld Druck auf die Abgeordneten ausgeübt werden, damit die Lösung für die Prignitz akzeptabel sei.

Den vierten Kandidaten Knut Kuhnert hatten die Wirtschaftsjunioren aus Zeitgründen nicht mehr einladen können, entschuldigten sie sich.


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