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Aus dem Prignitzer Müllausschuss : Einer macht künftig alles

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Landkreis Prignitz schreibt alle Entsorgungsleistungen gemeinsam aus. Zudem wird eine neue Gebühr für die Bürger kalkuliert.

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Künftig soll es in der Prignitz nur noch einen großen Entsorger in der Abfallwirtschaft geben. Der Landkreis bereitet eine gemeinsame Ausschreibung für die Entsorgung von Papier, Schadstoffen, Haus- und Sperrmüll vor.

Die Verwaltung rechnet mit steigenden Kosten, da sich die Marktsituation verändert hat, deutete die zuständige Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko gegenüber den Abgeordneten im Müllausschuss an. Wie sich das Ergebnis auf die Müllgebühren und damit auf die Brieftasche der Bürger auswirken wird, ist offen. Die aktuelle Gebührensatzung gilt bis Ende des Jahres.

Haus- und Sperrmüll werden durch die Wittenberger Niederlassung der Becker Umweltdienste GmbH entsorgt. An beiden Systemen soll festgehalten werden. Für den Hausmüll bedeutet das: Grundgebühr plus Entleerungskosten werden erhoben, Tonnengrößen bleiben unverändert. Beim Sperrmüll setzt der Landkreis weiter auf die Sperrmüllkarte, mit der Bürger zu einem Wunschtermin die Abholung organisieren können. Eine Rückkehr zur Straßensammlung soll es nicht geben. Beide Entsorgungsverträge laufen im März 2018 aus.

Becker entsorgt ebenfalls das Altpapier. Auch hier will der Kreis an der Kombination aus blauen Tonnen und Containerstellplätzen festhalten. Eventuell werde sich die Zahl der Stellplätze verringern, so Edelgard Schimko. Der Vertrag mit Becker läuft zum Jahresende aus. Das Schadstoffmobil wird durch die Fehr Umwelt Ost GmbH in Pritzwalk betrieben. Auch dieser Vertrag endet im März 2018. „Durch die gemeinsame Ausschreibung können wir Kosten sparen“, begründete Edelgard Schimko. Jede Ausschreibung in dieser Dimension müsse von einem Büro und einen Rechtsanwalt begleitet werden. Bei einer statt vier Ausschreibungen spare man Zeit und gestalte das Verfahren effektiver. Die Ausschreibung erfolgt europaweit und umfasst eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren bis 2028. Beteiligt ist der Landkreis an der Neuvergabe der Entsorgung der Leichtverpackungen. „Wir behalten den gelben Sack und den 14-tägigen Abholrhythmus bei“, kündigte Edelgard Schimko an. Die Einführung einer gelben Tonne lehnt der Kreis ab. Sie verleite dazu, illegal Hausmüll zu entsorgen.

Ob es mit Blick auf eine mögliche Kreisfusion Gespräche mit Ostprignitz-Rupin (OPR) über gemeinsame Verträge gegeben habe, wollten Kreistagsabgeordnete wissen. Das verneinte Edelgard Schimko. Die Kreise hätten unterschiedliche Entsorgungssysteme, eine nicht vergleichbare Gebührenordnung und Verträge mit unterschiedlichen Laufzeiten. In Ostprignitz-Ruppin enden die meisten Verträge im Jahr 2022.

Die Prignitzer Verträge nur für vier Jahre abzuschließen, sei nicht attraktiv. „Je kürzer die Laufzeit, desto höher die Kosten und die Gebühren für die Bürger“, gab Schimko zu bedenken. Sollte es 2019 zu einer Kreisfusion kommen, müsste der gemeinsame Kreistag mittelfristig die Abfallentsorgung angleichen. Bis dahin werde es eine Übergangszeit geben.

 

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