Perleberger Haus im Wandel der Zeit : Eine Wohnperle entsteht

Traditionelles Richtfest: Mit Schwung wirft Zimmerermeister Olaf Ihlau nach seinem Spruch zum Richtfest das Glas hinunter.
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Traditionelles Richtfest: Mit Schwung wirft Zimmerermeister Olaf Ihlau nach seinem Spruch zum Richtfest das Glas hinunter.

Richtfest in der Karl-Marx-Straße 8: Drittälteste Haus der Stadt wird zu einem Einfamilienhaus umgebaut

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21. November 2017, 21:00 Uhr

Es war nur eine Kleinigkeit und doch hätte sie das Richtfest am Dienstag in der Karl-Marx-Straße fast verhindert: Ein Glas fehlte. Zimmerermeister Olaf Ihlau hätte nicht mit den Traditionen gebrochen, also musste ein Glas her. Als das gefunden war, fehlte noch der Inhalt, aber glücklicherweise gab es am vorbereiteten Imbiss alkoholfreien Punsch, so dass Ihlau 10.30 Uhr dem drittältesten Haus der Stadt seinen Segen gab.

1555 wurde das Haus erbaut, heute trägt es die Nummer 8. Ein historisches Baugutachten ergab eine sehr wechselvolle Geschichte des Wohnhauses mit diversen Umbauten. „Mit der Sanierung wollen wir uns dem Urzustand wieder annähern“, sagt Ronald Otto, Prokurist der GWG Wohnungs GmbH Perleberg/Karstädt. Sie ist der Bauherr.

Eine originalgetreue Sanierung sei aber nicht das Ziel. Zu sehr unterscheiden sich heutige Wohnansprüche von denen in früheren Zeiten. „Ein solches Gebäude zu sanieren, heißt ständige Kompromisssuche mit der Denkmalbehörde“, sagt Otto.

Verworfen habe man die Idee von zwei kleinen Wohnungen. Lärm- und Dämmschutz hätten Wohnfläche und Zuschnitt kaum attraktiv gemacht. Auch ein Gewerbe mit aufzunehmen sei kurzzeitig eine Option gewesen. Nun aber wird es ein großes Wohnhaus mit einer Fläche von 130 Quadratmetern. „Wir haben schon einen Mieter, der den Umbau aktiv begleitet und dessen Wünsche wir weitgehend berücksichtigen wollen“, sagt Ronald Otto.

52 000 Euro wird die GWG investieren. Wirtschaftlich sei das selbst auf viele Jahre gesehen nicht, räumt der Prokurist ein. Vielmehr komme die GWG ihrer städtebaulichen Verantwortung nach. Rund 20 alte Häuser hat sie in Perleberg mittlerweile saniert, das erste war das Knaggenhaus. Mit der Karl-Marx-Straße 8 widmet sie sich einem Objekt, das zur Erschließung des gesamten Areals beiträgt.

Die Heilige-Geist-Straße 5 sowie die benachbarten Häuser in der Karl-Marx-Straße 9 und 10 sind bereits saniert, wie auch ein Teil der hier verlaufenden Stadtmauer. Der große Innenhof wurde entkernt, mehrere Gebäude wurden abgerissen.

Ein weiteres Haus, Heilig-Geist 3, wartet noch auf seine Schönheitskur. „Zunächst haben wir es gesichert, ein neues Dach aufgesetzt, so dass wir perspektivisch eine umfassende Sanierung starten können“, blickt Ronald Otto voraus.

Doch bis dahin bietet die laufende Baustelle ausreichend Arbeit. Die Bausubstanz war schlechter als erwartet, bis Mitte Dezember soll das Dach fertig sein, dann der Innenausbau beginnen. Fertigstellung sei für Mai geplant. Die Mieter werden dann auch eine Terrasse zum Innenhof nutzen können. Für Otto steht fest: „Hier wohnt es sich schön.“

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