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Der Prignitzer

23. November 2017 | 21:36 Uhr

Kommentar : Eine Wahl mit vielen Fragezeichen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Über Ungereimtheiten, Intransparenz und alte Eliten

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 09:54 Uhr

Ein Amtsdirektor, der Anfragen von Journalisten abbügelt und stattdessen den Hörer auf die Gabel knallt. Ein Amtsausschuss, der entweder nicht genau hingesehen hat oder vielleicht auch nicht genau hinsehen wollte, ob der offensichtliche Wunschkandidat alle Voraussetzungen für die zu besetzende Stelle erfüllt und diese – und das ist hier der Knackpunkt – auch mit Zeugnissen belegen kann. Schließlich ein Mitbewerber, der Lunte riecht und sich mit seinem Einspruch vorsorglich Raum verschafft, um gegebenenfalls gerichtlich gegen die Wahl vorzugehen.

Die Ungereimtheiten im Wahlprozedere, die im Amt Bad Wilsnack/Weisen sukzessive ans Licht kommen, lassen die ursprüngliche Diskussion, ob nun der alte Amtsausschuss den Amtsdirektor wählen oder man das lieber dem neu gewählten Gremium überlassen sollte, zur Fußnote verkommen. Das Verfahren war von Anfang an alles andere als transparent, dafür aber gekennzeichnet von Kommunikationsmängeln und Misstrauen. Zudem drängte sich mehr als einmal der Verdacht auf, dass alte Eliten über ihre eigentliche Amtszeit hinaus Einfluss nehmen wollten.

Selbst wenn es nicht zu einer Klage gegen die Wahl kommt, nimmt der Ruf des neuen Verwaltungschefs Schaden, ohne dass der selbst einen Fehler gemacht hat. Erkennt aber das Gericht, dass bei der Bewerberauswahl geschlampt wurde, müssen sich die wiedergewählten Amtsausschussmitglieder fragen lassen, wie ernst sie ihr Mandat nehmen. Personelle Konsequenzen dürften daraufhin wohl unausweichlich sein.

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