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Stadt- und Hafenfest Wittenberge : Eine Stadt in Partylaune

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Die Wittenberger können es doch noch: richtig feiern. Anlass war das Stadt- und Hafenfest.

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erstellt am 20.Aug.2012 | 10:45 Uhr

Wittenberge | Die Wittenberger können es doch noch: richtig feiern. Vor einer Woche bei Roland Kaiser in Stimmung gekommen, ging es an diesem Wochenende nahtlos auf dem Stadt- und Hafenfest weiter. Stundenlang bleibt die Innenstadt am Sonnabend belebt, wie es im Alltag viel zu selten der Fall ist. Ein abwechslungsreiches Angebot, beginnend auf der Hauptbühne am Kultur- und Festspielhaus bis hin zur Bühne auf dem Bismarckplatz, sorgt für Unterhaltung.

Beine und Arme wirbeln durch die Luft, gekonntes Abrollen auf den harten Betonsteinen am Boden - der Anblick der jungen Kung Fu Kämpfer bietet Nervenkitzel. Partner- und Grundübungen zeigen die Sportler zu den klaren Kommandos ihres Trainers Nguyen Thanh Luan.

Er stammt aus Berlin und hat dort eine Schule für Kung Fu eröffnet. Anfangs trainierten dort drei Wittenberger mit. "Als das Interesse immer größer wurde, habe ich hier in der Stadt eine Gruppe gebildet", sagt der Kampfsportler.

Freitags 18.15 Uhr ist Training in der Sporthalle der Jahn-Grundschule. Wer mag, ist eingeladen zum Zuschauen und zum kostenlosen Probetraining. Das Mindestalter beträgt sechs Jahre. "Körperbeherrschung, Res pekt vor Mitschülern, Selbstbewusstsein und Schnelligkeit lernen die Schüler", sagt Luan.

Ganz ohne Trainer, aber nicht ohne Üben erlernte Clemens Schütz das Dudelsackspiel. Die markanten Klänge des schottischen Ins truments schallen durch die Bahnstraße. Der Kinofilm "Brave heart" hatte einst seine Neugier geweckt. "Ich begann mit Blockflöte, kaufte mir dann einen billigen und anschließend einen teuren Dudelsack", erzählt der 18-Jährige. Begleitet hat ihn Dennis Kreuzmann auf der großen Trommel. "Wir kennen uns seit der 7. Klasse, mögen Rockmusik und speziell den Mittelalter-Rock", sagt Clemens Schütz und setzt sein Dudelsackspiel fort.

Modetrends für Herbst und Winter präsentieren an diesem Tag vier Wittenberger Geschäfte. Mal sportlich elegant, mal Freizeitlook - wer zuschaut, erfährt eine Menge über Farben, Schnitte und die passende Handtasche zum Kostüm. Vorgeführt werden die Stücke von Kunden, Freunden und Verwandten der Geschäftsleute. Auf dem Laufsteg steht auch Saskia Salewski.

Die 19-jährige Wittenbergerin wirkt kein bisschen aufgeregt. "Ich mache das seit meiner Kindheit, habe mit vier oder fünf Jahren begonnen", sagt sie. Fast alles was sie heute vorführte, würde sie auch selbst tragen. "Das ist doch schick", meint sie. Laufstege außerhalb Wittenberges habe sie aber nicht erobert und habe das auch nicht vor. "Ich beginne in Stralsund ein Studium für Freizeit- und Tourismusmanagement."

Wenn Wittenberge feiert, ist unsere Zeitung mit dabei. Vor der Redaktion in der Wilhelmstraße testen Passanten ihre Geschicklichkeit bei diversen Spielen. Ralf Wendland und Sohn Danny gewinnen beim Kugelballett eine Sporttasche. "Die Angebote sind etwas weniger geworden. Das ist unser erster Eindruck vom Stadtfest", sagt Danny Wendland. Wichtig sei aber, dass es dieses Fest gibt. "Würde es fehlen, wäre das schrecklich", meint Britta Wendland.

Gegen 18 Uhr wird es ruhiger in der Innenstadt. Dafür geht die Party im Nedwighafen weiter. Hier versammeln sich alle Generationen - vom Schüler bis zum Rentner. Mit bekannten Hits aus den vergangenen 40 Jahren gelingt es der Hamburger Band Full Circle, die Besucher bestens zu unterhalten. Manche schwingen vor der Bühne gar das Tanzbein, während die Kinder Rutsche, Schaukel und Klettergerüst erobern.

Auch gestern war die Wassermeile ein Anziehungspunkt: maritime Musik im Hafen, Interessantes über die Elbe im Wasser- und Schifffahrtsamt. Hier stellte Ursula Finke ihre Bilder aus. Die Autodidaktin malt seit etwa vier Jahren intensiv, probiert seit kurzem auch asiatische Tuschmalerei aus. "Die Stillleben sind meine Favoriten, das ist für mich eine Herausforderung", sagt die Wittenbergerin.

Unter den Besuchern ist Christel Kolchmeyer, selbst Malerin. "Malen ist Freude pur", sagt sie und bei Finkes Bildern spüre man die Freude am Malen. Vor zwei Jahren habe sie sich die erste Ausstellung von Ursula Finke angeschaut. "Die Bilder zeigen eine Entwicklung der Künstlerin", meint Christel Kolchmeyer.

 

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