Sound City : Eine Stadt im Kulturfieber

Begeisterte das Publikum: Das Starlight Musical Studio mit seinen Broadway-Klassikern.
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Begeisterte das Publikum: Das Starlight Musical Studio mit seinen Broadway-Klassikern.

Viel Lob für Wittenberge als Gastgeber der Landesmusikschultage 2015

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20. Juli 2015, 08:00 Uhr

Wildes, rasantes Trommeln, zarte Kinderstimmen mit Liedern von Wind und Willen, hinreißender Trompetensound, Szenen aus der „Dreigroschenoper“, Skulpturen, die aus Schrott entstehen, Riesen, die auf Papier wachsen: Das und noch so viel mehr an Musik und Kunst war SoundCity 2015. Bis gestern war Wittenberge drei Tage lang Gastgeber für die Ensembles aus den 35 Musik- und Kunstschulen des Landes Brandenburg.

Auch wenn der gestrige Vormittag und damit das große Abschlussprogramm unter freiem Himmel verregneten, die Akteure in die Kirche umziehen mussten, „waren es geniale Tage in Wittenberge“, sagte zum Abschluss der Geschäftsführer des Musik- und Kunstschullandesverbandes, Thomas Falk, und unterstrich, „dass wir uns hier in der Stadt sehr willkommen gefühlt haben“. „Die Bedingungen waren einfach ideal, um zu zeigen, was wir als Schulen leisten können“. Auch Bürgermeister Dr. Oliver Hermann ist zufrieden: „Es war ein überaus gelungenes Festival.“

Lobende Töne aus dem Mund von Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte es bereits zur offiziellen Eröffnung des Musik- und Kunstmarathons am Freitag gegeben. Für seine Einschätzung „Beim Fußball ist Brandenburg 3. Liga, aber bei der
Musik sind wir Bundesliga“ erntete der Minister sehr viel Beifall.

„Wir bieten mit unseren Festivals alle zwei Jahre Musik und Kunst vom Feinsten. Tausende kommen, hören, sehen und genießen“, sagt der Landesverbandsvorsitzende Dr. Hinrich Enderlein. Darüber hinaus sollen die vielen verschiedenartigen Veranstaltungen den Besuchern aber auch Lust machen, sich selbst musisch auszuprobieren. „Unsere Musik- und Kunstschulen bieten dazu vielfältigste Möglichkeiten“, unterstreicht Geschäftsführer Falk und weist die hier und da immer mal wieder geäußerten Gedanken zurück, „unsere Einrichtungen seien elitär“. Und auch aus finanziellen Gründen müsse niemand auf den Besuch einer Musik- oder Kunstschule verzichten. Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, bei Bedarf den Unterrichtsbesuch fördernd zu unterstützen.

Einen interessanten Weg, die musische Bildung von Heranwachsenden zu fördern, geht der Musikschulverband bereits an 70 Grundschulen Brandenburgs. Dort sind in Abstimmung zwischen Verband und der jeweiligen Schule Musikklassen eingerichtet worden. Egal, ob Streicher-, Bläser- oder andere Instrumentenklasse, die dort gegebenen Stunden sind Teil des regulären Unterrichts, erklärt Falk. Er bedauert, „dass die Prignitz trotz mancher Anläufe ein weißer Fleck ist“. Bislang habe noch keine einzige Grundschule im Landkreis einen entsprechenden Antrag gestellt, der den Musikschulverband in die Lage versetzt, tätig zu werden. Aber vielleicht ist durch SoundCity ja ein neuer Anstoß gegeben.

Für die Wertschätzung der musischen Bildung spricht aus Falks Sicht auch der Umstand, dass die Landesregierung in diesem Jahr für Kunstschulen ein Budget von 40  000 Euro zur Verfügung stelle. Die Zuschüsse für die Musikschulen sollen nach den Worten von Falk – auch weil Eltern sich dafür stark machten – ab 2017 aufgestockt werden. Im Gespräch seien 2,1 Millionen mehr.

 
Seiten 8, 9 und 10

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