Rund um den Rabensteig : Eine Siedlung pflegt Nachbarschaft

Die Stimmung unter den Nachbarn ist ausgezeichnet.
Die Stimmung unter den Nachbarn ist ausgezeichnet.

Weil ihnen das gute Miteinander über den Gartenzaun wichtig ist, treffen sich die Bewohner zum besseren Kennenlernen

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22. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Jetzt sagt man öfter mal ,Hallo’ oder bleibt auch häufiger am Gartenzaun stehen, um mit dem Nachbarn ein paar Worte zu wechseln“, sagt Jörg-Arno Korinth. Der Wittenberger wohnt in der Siedlung, in der zahlreiche Wege spezielle Vogelnamen tragen, deshalb kurz Raubvogelsiedlung genannt. In dieser Siedlung kam im vergangenen Jahr Andreas Gutschmidt auf die Idee, „dass wir unsere Nachbarschaft doch wieder mehr pflegen könnten, so wie es früher mal üblich war“. Der Idee folgte die Organisation und damit noch 2016 ein erstes Nachbarschaftstreffen.

Es gab kein großes Programm, keine besonderen Höhepunkte. Nein, die Leute setzten sich zusammen, nahmen sich Zeit füreinander, plauschten, lernten den Nachbarn besser kennen. Und weil es den meisten ausnehmend gefiel, gab es am Sonnabend eine Wiederholung.

Gabi Gohlke und Bernd Popesku wissen, dass in den 46 Hausbriefkästen der Siedlung Einladungen landeten, denn diesen Part hatten sie fürs Nachbarschaftstreffen übernommen.

Treffpunkt war auf dem Eckgrundstück von Delia Chiari und Tobias Scholz. Warum gerade dort?

Die junge Frau lacht und sagt: „Auch, weil wir eine so große gepflasterte Auffahrt haben.“ Diese und die große überdachte Carportfläche bieten auf jeden Fall ausreichend Platz für Tische und Bänke, damit auch jeder Nachbar gut sitzen kann. Und der Platz wird auch auch gebraucht. Um 11 Uhr treffen die ersten ein, dann kommen immer mehr Leute. Vom Grill steigt ein leckere Duft auf. Es wird geplauscht. „So sieht gute Nachbarschaft aus“, sagt strahlend eine weißhaarige Dame.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Nachbarn im Rabensteig auf dem dortigen Betriebsgelände, hier sagt man dazu noch immer Kraftverkehr, getroffen. Delia Chiari erzählt: „Wir haben damals angeboten, dass wir uns das nächste Mal ja auch bei uns treffen können. In diesem Jahr hieß es: Steht ihr noch zu eurem Angebot?“ Ja, sie und Tobias Scholz standen noch dazu, sind, wie sie sagen, gern Gastgeber für die Nachbarn. „Ich bin gern unter Menschen. Es lebt sich hier gut, und es ist schön, wenn man die Leute in seiner Umgebung etwas besser kennt“, meint die junge Frau. Sie ist in der Raubvogelsiedlung aufgewachsen, hier verwurzelt. Das Elternhaus befindet sich in Sichtweite des eigenen Familiengrundstücks, auf das sie und ihr Mann 2012 ziehen konnten. „Und man lebt hier ruhig und doch nicht so weit draußen. Auch für Kinder ist die Umgebung ideal“, sagt die junge Familie. Dass ein Haus mit Grundstück eben auch Arbeit macht, das sei ja normal.

Delia Chiari ist nicht der einzige Rückkehrer in die Siedlung. Andreas Gut-schmidt und seine Frau Jutta sind vor 23 Jahren in die Raubvogelsiedlung gezogen. „Meine Großeltern haben hier gesiedelt, vieles hier mit aufgebaut. Und sie haben immer von der guten Nachbarschaft und der gegenseitigen Hilfe erzählt“, sagt Gut-schmidt. „Das sollten wir uns auf jeden Fall für die Zukunft bewahren.
 

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