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Eine Schule für alle bleibt das große Ziel in Brandenburg

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erstellt am 04.Apr.2012 | 08:02 Uhr

Potsdam | Die "Schule für alle" ist der bildungspolitische Schwerpunkt der rot-roten Landesregierung für die zweite Hälfte der Legislaturperiode bis Herbst 2014. Es gehe um mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) gestern in Potsdam. Ihr zentrales Motto laute: "Kein Kind darf zurückgelassen werden".

Zum neuen Schuljahr starte das Pilotprojekt "Inklusive Grundschule", sagte Münch. Für die mindestens 70 teilnehmenden Schulen würden 100 zusätzliche Lehrer eingestellt. Ab 2015 sollten alle Grundschulen inklusive Angebote unterbreiten - also auch Kinder mit Förderbedarf unterrichten. Brandenburg zähle auf diesem Gebiet laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung schon zu den Vorreitern und werde die inklusiven Angebote konsequent ausbauen.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Münch in der Verbesserung der Qualität der Bildung. Für den Doppelhaushalt 2013/2014 sollten zusätzlich 30 Millionen Euro für Bildungsausgaben verwendet werden.

"Dazu müssen wir uns ins eigene Fleisch schneiden und in anderen Ressorts sparen", sagte die Ministerin mit Blick auf die Konsolidierungsbemühungen der rot-roten Regierung.

Froh ist Münch nach eigenen Angaben darüber, dass bereits die Hälfte der geplanten 2000 neuen Lehrerstellen besetzt werden konnte. Im kommenden Schuljahr werden insgesamt 600 neue Lehrer eingestellt. Dazu startet das Land eine Werbekampagne. Brandenburg sei attraktiv für Lehrernachwuchs, weil hier noch verbeamtet werde, sagte Münch.

Wichtig für eine gute Bildung sei auch die frühkindliche Förderung in den Kindertagesstätten, fügte die Ministerin hinzu. Die Sprachförderung in den Kitas werde weiter ausgebaut, die Einrichtungen würden künftig von 28 Sprachberatern betreut. Dafür stünden jährlich 1,4 Millionen Euro bereit.

Eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Kitas sei aus finanziellen Gründen allerdings nicht möglich. Zu Beginn der Legislaturperiode sei das Verhältnis von Erziehern zu Kindern in den Krippen schon von eins zu sieben auf eins zu sechs und in den Kitas von eins zu 13 auf eins zu zwölf verbessert worden. Der neue Schlüssel sei im bundesweiten Schnitt immer noch nicht gut, räumte die Ministerin ein. Jedoch könne das Land nicht noch mehr Geld aufwenden. Außerdem bedeute ein besseres Verhältnis nicht gleich mehr Qualität.

Eine Herausforderung über die Legislaturperiode hinaus stellt laut Münch der weitere demografische Wandel dar. "Wir müssen noch einmal grundsätzlich über die Organisation unserer Schulen nachdenken", sagte die SPD-Politikerin. Das sogenannte demografische Echo werde etwa ab 2017 zu einem erneuten deutlichen Rückgang der Schülerzahlen führen - und zwar vor allem im ländlichen Raum.

Um Strategien für zehn bis zwölf Jahre zu entwickeln, werde im Herbst eine Demografie-Kommission eingesetzt, kündigte Münch an. Das Gremium solle Modelle für eine Schulstruktur entwickeln. Ein Schulsterben wie ab Mitte der 1990er-Jahre sei aber nicht zu befürchten, versicherte die Ministerin.

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