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Der Prignitzer

22. November 2017 | 21:38 Uhr

Eine "Röhre" vom Feinsten

vom

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2012 | 06:20 Uhr

Perleberg | Groß, weiß, rund - so sieht es aus, das neueste und beste Stück Technik, über das das Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg seit kurzem verfügt. Per Kran wurde der 4,7 Tonnen schwere Magnetresonanztomograph (MRT) in dieser Woche über eine Dachöffnung in den eigens dafür errichteten Anbau gehoben. Mitarbeiter der Herstellerfirma Siemens sind derzeit damit beschäftigt, das Gerät technisch in die Klinik zu integrieren. Der Routinebetrieb soll ab dem 10. März aufgenommen werden, wie Geschäftsführer Wolfgang Korzen gestern in einem Pressegespräch informierte.

Das neue Gerät ersetzt den alten Tomographen, der in Perleberg seit 2001 im Einsatz war und seinerzeit gebraucht gekauft wurde. Auf dem neuesten Stand der Technik bringe der jetzige MRT sowohl für Patienten als auch für Mediziner zahlreiche Vorteile, die der Chefarzt der Radiologie, Klaus Schulze, so zusammenfasst: "Alles ist besser - vieles ist neu." Deutlich erweitert, so Schulze, würden die diagnostischen Möglichkeiten, beispielsweise in der Gefäßuntersuchung. "Dafür müssen wir Patienten bislang an andere Häuser schicken beziehungsweise in der eigenen Klinik alternative Untersuchungsmöglichkeiten nutzen", so Schulze. Deutliche Verbesserungen ergäben sich überdies in der Tumor- und Herzdiagnostik, bei der neurologischen Diagnosestellung und der Untersuchung von Gelenken. "Darüber hinaus können wir künftig zum Beispiel eine sichere Differenzierung bei ganz frischen Schlaganfällen vornehmen", verdeutlicht der Chefarzt.

Die MRT-Herz-Bildgebung war mit der alten Technik überhaupt nicht möglich, ebenso wenig wie die Magnetresonanz-Spektroskopie. Damit, so Schulze, bewege man sich bereits im Bereich der Molekularphysik, könne Stoffwechseldarstellungen von Strukturen, z. B. Tumoren, realisieren. Mit dem neuen MRT sei auch die Untersuchung größerer Volumina möglich, zum Beispiel des gesamten Bauchraumes oder der Lymphknotenstationen.

Apropos Volumen: Obwohl es um den Preis mindestens eines Luxusklassewagens teurer wurde, entschloss sich das Kreiskrankenhaus für eine 70-Zentimeter-Röhre. Der bisherige Durchmesser der Magnetöffnung liegt bei 60 Zentimetern - das sei auch der Standard der meisten MRT-Geräte, sagte Wolfgang Korzen. Die Untersuchung wird somit für mehr Patienten möglich sein - für alle werde sie bequemer. Besonderen Wert legt die Klinik darauf, dass alle Mitarbeiter der Radiologie - neun medizinisch-technische Radiologieassistentinnen und drei Ärzte - von der Herstellerfirma geschult werden. "Die Abläufe verändern und vereinfachen sich", erläutert Klaus Schulze.

Mehr Platz ist jetzt nicht nur in der neuen "Röhre", sondern auch insgesamt: Mit dem Anbau, der den MRT aufnimmt, verbessern sich die Arbeitsbedingungen für Ärzte und Assistenten. "Da, wo jetzt noch der alte MRT steht, richten wir einen neuen, größeren Demo-Raum ein. Dort werten die Mediziner die Bilder aus", erklärt der technische Leiter des Hauses, Nils Blosat. Jährlich finden in Perleberg knapp 4000 MRT-Untersuchungen statt. Anbau und neue Technik kosten insgesamt rund 2,4 Millionen Euro.

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